Die über 800-jährigen Backsteine des Burgdorfer Schlosses hätten viele Geschichten zu erzählen. Darüber wie diese Stadt entstand, rund um die grösste und besterhaltene zähringische Schlossanlage der Schweiz.
Burgdorf wurde erstmals 1175 erwähnt als "Burtorf" = Burg Bertolfs (Berchtolds) im Zusammenhang mit einer Schenkungsurkunde Herzog Berchtolds IV. von Zähringen. Der Ausbau der Schlossanlage und die Entwicklung der ihr zu Füssen liegenden Siedlung zur Stadt fallen in seine Zeit und in die seines Nachfolgers Berchtolds V.
Die Entwicklung der Stadt begann in den neunziger Jahren des 12. Jahrhunderts. Herzog Berchtold V. von Zähringen gelangen entscheidende Schritte auf dem Weg zur Festigung seiner Macht im westschweizerischen Raum. Zur Sicherung und herrschaftlichen Durchdringung dieses Raumes errichtete er in den darauf folgenden Jahren eine ganze Reihe von Städten als militärische Stützpunkte, aber auch als Produktions-, Handels- und Marktorte. Die eigentliche "Gründungsstadt" war die heutige Oberstadt West. Mit Absicht war ein nicht überbauter Platz neben den bereits bestehenden Siedlungen gewählt worden. Sie wurde mitten auf die Landstrasse gesetzt, so dass die verschiedenen Strassen sich vor den Toren vereinigten und als ein gemeinsamer Verkehrszug durch die Hauptgasse verliefen, was Durchgangsverkehr, ein lebhaftes Marktgeschehen und Einnahmen vorprogrammierte.