Ortsplanungsteilrevision 1. Etappe

11.10.2017

Das Amt für Gemeinden und Raumordnung hat die vom Stadtrat von Burgdorf am 12. Dezember 2016 beschlossene Teilrevision der Ortsplanung mit der am 6. Juni 2017 beschlossenen Änderung der ZPP Nr. „Geissrütti“ in Anwendung von Art. 61 Baugesetz vom 9. Juni 1985 mit Datum vom 23. August 2017 genehmigt.

Nach Ablauf der 30-tägigen Beschwerdefrist tritt die revidierte baurechtliche Grundordnung am 13. Oktober 2017 in Kraft.


Da gegen den Beschluss der ZPP Nr. 25 „Alpina“ das Referendum ergriffen wurde, wurde diese vom Genehmigungsverfahren ausgeschlossen. Die Abstimmung zur geplanten Änderung fand am 24. September 2017 statt.


Das Volk hat die Änderung mit 2‘370 JA zu 2‘108 NEIN Stimmen angenommen. Die Änderung der ZPP Nr. 25 „Alpina“ konnte somit ebenfalls dem Amt für Gemeinden und Raumordnung zur Genehmigung nachgereicht werden. Mit der Genehmigung der ZPP Nr. 25 „Alpina“ wäre die 1. Etappe der Teilrevision der baurechtlichen Grundordnung abgeschlossen


Vorgehen

Die Revision der baurechtlichen Grundordnung erfolgt in zwei Etappen: in der ersten Etappe bis ca. Herbst 2017 ging es vor allem um die städtebauliche Entwicklung von Burgdorf, die Entschärfung der Nutzungskonflikte in der Altstadt, die Energiebestimmungen und den Natur- und Landschaftsschutz.

In einer zweiten Etappe werden die neuen Gewässerschutzbestimmungen sowie die Verordnung über die Begriffe und Messweisen von Bund und Kanton umgesetzt. Mehr Informationen zur zweiten Etappe finden Sie unter: 2. Etappe

Was ist überhaupt die baurechtliche Grundordnung?
Der Boden ist ein beschränktes Gut, auf dem viele Nutzungsansprüche wie Wohnen, Arbeiten, Landwirtschaft, Verkehrsinfrastrukturen, Natur und Erholung Platz finden müssen. Die baurechtliche Grundordnung regelt mit den Zonenplänen 1 und 2, welche Nutzungen wo in welcher Form zulässig sind. Das Baureglement präzisiert für die verschiedenen Zonen und Gebiete die Nutzungsbestimmungen und Bauvorschriften. Die baurechtliche Grundordnung ist für die Grundeigentümer verbindlich und damit ein wichtiges Instrument, um die Entwicklung der Gemeinde zu steuern. Dabei geht es nicht nur um Bautätigkeit, sondern ebenso um Erhalt und Schutz. Burgdorf überarbeitet gegenwärtig seine Planungsinstrumente. Im Vordergrund stehen die städtebauliche Entwicklung, die Entschärfung von Nutzungskonflikten und die Frage, wie Burgdorf die Energiewende anpackt.


Die baurechtliche Grundordnung besteht aus drei Dokumenten, deren Inhalt für Grundeigentümer verbindlich ist und in der Kompetenz des Stadtrats liegt (fakultatives Referendum):


  • Der Zonenplan 1 (Nutzungsplan) befasst sich vor allem mit den Nutzungszonen (Bauzonen,Zonen mit Planungspflicht, Grünzonen, Zonen für öffentliche Nutzungen, etc.)
  • Der Zonenplan 2 (Schutzzonenplan, vormals Hinweisplan) zeigt die Naturobjekte und Bauten, die besonderen Schutzbestimmungen unterliegen sowie die Gefahrengebiete
  • Das Baureglement präzisiert für die verschiedenen Zonen und Gebiete die
  • Nutzungsbestimmungen und Bauvorschriften

Schwerpunkte der Ortsplanrevision

Wohnraum für neue Burgdorfer

Bild Plakat Wohnraum

Neue Burgdorferinnen und Burgdorfer sind willkommen. Die Stadt hat viel Lebensqualität zu bieten und kann neuen Wohnraum schaffen, ohne dass ein Quadratmeter Kulturland geopfert werden muss. Die Ortsplanungsrevision kommt dank Umnutzung und Verdichtung ohne Einzonungen aus.

Burgdorf ist ein attraktiver Wohnort. In den letzten 15 Jahren ist die Bevölkerungszahl um satte 8,5 Prozent gewachsen. Auch punkto Arbeitsplätze hat die Stadt zugelegt, so sind in der Arbeitszone Buchmatt und andernorts zahlreiche neue Arbeitsstätten entstanden. Gleichzeitig haben aber auch diverse Betriebe ihre Produktion aufgegeben. Für die Stadtentwicklung von Burgdorf ist dies eine Chance: Zahlreiche Industrie- und Gewerbeareale, viele davon in Bahnhofsnähe, bieten sich für eine Umnutzung an. Burgdorf kann deshalb wachsen, ohne auch nur einen Quadratmeter neu einzuzonen. Nebst den Industriebrachen kommen auch diverse Parkplätze für eine Überbauung in Frage, denn Parkierungsmöglichkeiten können auch in Tiefgaragen geschaffen werden. Kaum eine andere Gemeinde im Kanton Bern verfügt über ähnlich gute Voraussetzungen für die Siedlungsentwicklung nach innen.

Das neue Burgdorf wird urbaner
Burgdorf wird vor allem um den Bahnhof herum wachsen. Das ist eine doppelte Chance: Zum einen kann in Bahnhofs- und Zentrumsnähe mit hoher Dichte gebaut werden, es entsteht ein urbanes, durchmischtes Stadtquartier. Zum anderen ist man in Bahnhofsnähe nicht auf ein Auto angewiesen, mehr Bewohner oder Arbeitende verursachen hier nicht zwingend mehr (Auto-) Verkehr. Beispielhaft für das künftige urbane Burgdorf sind die neuen Quartiere auf dem Typonareal und im Suttergut Süd, wo Wohnen, Arbeiten und Geniessen eng beieinander liegen. Umnutzung und Verdichtung prägen seit über 20 Jahren die Stadtentwicklung von Burgdorf. Die meisten dazu geeigneten Areale sind mit einer Zone mit Planungspflicht ZPP belegt, um längerfristig eine qualitätsvolle Umnutzung einzuleiten. 2009 wurden die städtebaulichen Vorstellungen für den ESP Bahnhof Burgdorf präzisiert. In der laufenden Ortsplanungsrevision werden nun die ZPP-Vorschriften überprüft und wo notwendig angepasst. Mehr Dichte bedeutet aber nicht, einfach mehr Flächen zu stapeln. Qualitätssichernde Verfahren sorgen dafür, dass auch wirklich mehr Stadtgefühl entsteht. Umnutzungen und Verdichtung sind auch in den Aussenquartieren von Burgdorf vereinzelt ein Thema: Die Umzonung der ehemaligen Kunsteisbahn in eine ZPP ermöglicht die Realisierung einer zwei- bis dreigeschossigen Wohnüberbauung. Im Gyrischachen bietet sich die Chance, 18 in die Jahre gekommene Wohnblöcke durch eine verdichtete Überbauung mit einem breiten Wohnungsangebot zu ersetzen, welches auch günstigen Wohnraum umfasst. Die direkt betroffenen Kreise und die interessierten Organisationen werden in die Projektentwicklung einbezogen.

Höhere Häuser und Hochhäuser
Wer auf Siedlungsentwicklung nach innen setzt, kommt am Thema höhere Häuser oder gar Hochhäuser nicht vorbei. Der Unterschied: Höhere Häuser haben im Maximum 8 Geschosse, ragen aber deutlich über ihre Umgebung hinaus und bieten so eine hohe Dichte. Hochhäuser haben 9 und mehr Geschosse, sind meist über 30 Meter hoch und setzen klare Akzente im Stadtbild. Damit die möglichen Standorte für höhere Häuser und Hochhäuser festgelegt werden können, hat Burgdorf ein Hochhauskonzept erstellt. Grundsätzlich kommen dazu drei Gebiete in Frage: In der Arbeitszone Buchmatt setzen bereits jetzt die bis zu 75 Meter hohen Silobauten Akzente. Im Gyrischachen erträgt es neben den grossen Gebäudevolumen ein Hochhaus. Die Lage in Waldesnähe hat den Vorteil, dass sein Schatten nicht auf benachbarte Wohnbauten fällt und die wertvollen Aussenräume erhalten bleiben. Im Bahnhofsquartier sind höhere Häuser mit 25 bis 30 Metern Gebäudehöhe denkbar, sei es als Akzente im Suttergut Nord, im Bucher- oder Schwobareal oder als Gruppe beispielsweise entlang des Gleisfelds. Von vornherein ausgeschlossen sind Hochhäuser überall dort, wo sie wichtige Ansichten auf das Schloss und die Kirche beeinträchtigen, im Umfeld geschützter Gebäude und in den zahlreichen Wohnquartieren der Zone W2.

Was ändert punkto Nutzung sonst noch?
Abgesehen von einigen Anpassungen in Zonen mit Planungspflicht bringt der neue Zonenplan inhaltlich wenige Änderungen. Was ändert ist die Darstellung. Man hat sozusagen aufgeräumt und gemäss den kantonalen Vorschriften neu geordnet. Das betrifft vor allem die Zonen mit Planungspflicht, welche statt eine Nutzungszone zu überlagern neu als weisse Flächen erscheinen. Der Kanton erhält dadurch erstmals einen identisch aufgebauten Zonenplan über alle Gemeinden hinweg und kann so die Siedlungsentwicklung besser nachvollziehen und steuern.

Wohn- und Ausgangsviertel Altstadt

Plakat Altstadt

Schloss und Altstadt sind die Wahrzeichen von Burgdorf. Entsprechend beliebt ist die Altstadt als Wohn- und Ausgangsviertel. Das verträgt sich nicht immer gut. Die neue baurechtliche Grundordnung will mit klaren Regeln den Konflikt um den Lärm entschärfen.


Die Burgdorfer Altstadt ist ein Bijoux. Hier lässt es sich stimmungsvoll wohnen. Die historische Kulisse gibt aber auch einen tollen Rahmen für Gartenbeizli, Strassencafés und Veranstaltungen ab. Der Lärm wird dadurch immer wieder zum Zankapfel. Deshalb wurde vor rund einem Jahr ein Nutzungskonzept für die Altstadt und ihre Umgebung erarbeitet. Klare Spielregeln sollen helfen, den Lärm in den Gebäuden besser in den Griff zu bekommen und zu einem friedlicheren Nebeneinander zu finden.


Stillere und lebendigere Zonen in der Altstadt
Die Regelung des Lärms von Restaurants, Nachtclubs und Musiklokalen erfolgt über die Revision der baurechtlichen Grundordnung. Bisher gibt es in der Altstadt nur eine Zone, die Mischzone Altstadt. Neu wird es drei Arten von Zonen geben: In der «Mischzone Altstadt Wohnen» werden die Ruhebedürfnisse der Anwohnerschaft stärker gewichtet. Es gilt wie in den meisten Wohnzonen die Lärmempfindlichkeitsstufe II und es ist ein Mindestwohnanteil von 40% vorgeschrieben. Wenig störendes Gewerbe, inklusive Hotels und Restaurants haben dennoch Platz. Ein Bier auf Gasse oder Platz gibt es bis spätestens 0.30 Uhr. In der «Mischzone Altstadt» darf es lebendiger zu und her gehen. Sie umfasst das «S» von der Metzgergasse über die Hohengasse zur Schmiedengasse. Es gilt die Lärmempfindlichkeitsstufe III. Mindestwohnanteil wird keiner vorgeschrieben, Wohnungen im Erdgeschoss sind sogar ausgeschlossen, denn dort sollen Läden und Restaurants für Belebung sorgen. Aber auch in der Mischzone Altstadt gibt es klare Bestimmungen zu Hotels und Restaurants: Der Eingang muss an der entsprechenden Gasse liegen und über eine Lärmschutzschleuse verfügen. Generelle Überzeitbewilligungen gibt es nur für die Nächte von Donnerstag, Freitag und Samstag. Voraussetzung dazu ist zudem ein Fumoir. Auch hier ist um 0.30 Uhr Schluss mit der Aussenbewirtung. Musikangebote im Freien sind nicht zulässig. Die «Mischzone Altstadt Kultur» umfasst das Casino samt seiner angrenzenden Gebäude und sichert die Weiterführung des Betriebs. Es gilt die Lärmempfindlichkeitsstufe III ohne Vorschrift eines minimalen Wohnanteils.


Wie wirkt sich das aus?
Die neuen Regeln werden die Konflikte um Lärm in der Altstadt wohl nicht ganz aus der Welt schaffen. Denn Lärm ist ein heikles Thema, bei dem Empfinden und objektive Messwerte oft auseinanderklaffen. Der grosse Vorteil liegt in den klaren Spielregeln. Statt mit aufwändigen Lärmmessungen Grenzwertüberschreitungen nachzuspüren, gibt es nun einfach nachvollziehbare Kriterien: In welcher Gasse sind wir? Wie spät ist es? Wie steht es mit dem Fumoir? Auch für die Betreiber haben die neuen Regeln Vorteile: Es ist klar, was geht und was nicht geht.


Kaum Änderungen bezüglich der Bauvorschriften
Was die Bauvorschriften anbelangt, ändert in der Altstadt wenig. Die bisherigen Altstadtgebiete werden neu in einem einzigen Ortsbildschutzgebiet zusammengefasst. Bauvorhaben brauchen wie bisher das Einverständnis der Kantonalen Denkmalpflege. Eine kleine Änderung gibt es bei den Freiflächen, welche die Altstadt umgeben. Bisher waren sie mit einer Grünzone samt Bauverbot belegt. Neu werden sie zu Ensembleschutzzonen, was in Absprache mit der Denkmalpflege kleine Umbauten und Erweiterungen zulässt.


Lebensraum erhalten und schützen

Plakat Lebensraum

Burgdorf ist städtisch. Trotzdem braucht es Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Diese Strategie wird im neuen Landschafts- und Biotopinventar festgeschrieben. Das grosse Mausohr, der Mauerläufer in den Gysnauflühen und viele weitere Tierarten gehören zu den Nutzniessern.

Das grosse Mausohr ist so ein Beispiel. Noch vor 50 Jahren war diese grosse Fledermausart weit verbreitet, heute ist sie stark gefährdet. Denn das grosse Mausohr ist ein «Dauermieter in Wohnungsnot». Die Weibchen suchen zur Aufzucht ihres Jungen ein Leben lang denselben Dachstock auf. Viele Kirchtürme und Altbauten wurden aber abgedichtet, die Fledermäuse erschlagen oder vergiftet. Heute gibt es in der Schweiz nicht einmal mehr 100 Dachstöcke, die eine Wochenstubenkolonie des grossen Mausohrs beherbergen. Einer davon steht weitgehend unbeachtet gleich neben dem Bahnhof Burgdorf und ist inzwischen geschützt. Für das Überleben des grossen Mausohrs ist der Erhalt seiner «Wochenstuben» von zentraler Bedeutung. Generell gilt: Wer die Artenvielfalt erhalten will, muss Lebensräume schützen. Dazu muss man sie zuerst kennen.


Reich an Natur- und Landschaftsschutzobjekten
Seit 2011 verpflichtet der Kanton Bern die Gemeinden, ein Landschafts- und Biotopinventar zu erstellen und auf dieser Grundlage wertvolle Landschaften und Lebensräume für Pflanzen und Tiere besser zu schützen. Burgdorf hat bereits vor längerer Zeit ein erstes Naturinventar erarbeitet. Die Stadt weist erfreulich viele wertvolle Lebensräume auf. Dazu gehören unter anderem die Wälder und Auen entlang der Emme, die Gysnauflühe, diverse Trockenstandorte und die Alleen. Burgdorf hat aber auch aktiv Anstrengungen zur Aufwertung der Landschaft unternommen: In den Jahren wurden der Chrouchtalbach, der Wöschhüslibach, die kleine Emme und der Uferbereich beim Typonsteg renaturiert. Ausserdem wurde zusammen mit den Nachbargemeinden Heimiswil, Kirchberg, Rumendingen und Wynigen der teilregionale Richtplan «ökologische Vernetzung» erarbeitet. Er stellt sicher, dass Landwirte ihre abgeltungsberechtigten ökologischen Ausgleichsflächen an gut geeigneten Orten einrichten und durch die Vernetzung dieser «ökologischen Trittsteine» ein möglichst grosser Nutzen für Pflanzen und Tiere entsteht.


Gezielte Verbesserungen
Im Rahmen der Ortsplanungsrevision wurde das Landschafts- und Biotopinventar von Burgdorf überprüft und an die kantonalen Anforderungen angepasst. Der Inventarplan in Form eines Luftbilds zeigt nun alle relevanten Objekte und Schutzgebiete. Dazu gehören Moore, Auen und Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung wie das Meiemoos und der Oberburger Schachen, kantonale Schutzgebiete wie die Gysnauflühe und das Unterbergental, seltene Waldgesellschaften, Trockenstandorte, Hochstammfeldobstbäume, Hecken und vieles mehr. Die meisten Objekte standen bereits bisher unter Schutz. Einige sind neu dazu gekommen, wie die durch Bundesgesetz geschützten Hecken, Feld- und Ufergehölze. Verstärkt wurde zudem der Schutz des Meiemoos: Ein Streifen extensiv genutzter Wiese rund um das Moorgebiet reduziert künftig den Düngereintrag ins Moor und verhindert eine Verarmung der Artenvielfalt. Neu hinzu kommt das Gemeindenaturschutzgebiet Ziegelgut. Die entsprechende Überbauungsordnung sorgt für eine behutsame Renaturierung und verbessert durch gezielte Unterhaltsmassnahmen schrittweise die Lebensbedingungen von Amphibien. Für die meisten Grundeigentümer ändert sich aber nichts: Die im Zonenplan 1 festgehaltenen Landschaftsbildgebiete und Naturgebiete und ihre Nutzungsbestimmungen im Baureglement bleiben gleich.


Ortsbildschutz- und Strukturgebiete
Auch beim Schutz wertvoller Ortsbilder und Siedlungsteile hat sich inhaltlich wenig geändert. Die Überarbeitung des Burgdorfer Bauinventars durch die Kantonale Denkmalpflege führt aber zu neuen Begriffen und einigen Umklassierungen: Die meisten bisherigen Baugruppen werden neu als Ortsbildschutzgebiete in den Zonenplan 1 aufgenommen. Die Baugruppen in der Altstadt wurden im Ortsbildschutzgebiet I zusammengefasst. Verschiedene Baugruppen wie die Siedlung Meiefeld, der Gyrischachen und die Wohnüberbauung Lorraine wurden von der Kantonalen Denkmalpflege zu Strukturgruppen erklärt. Der Zonenplan 1 zeigt sie in Form von Strukturgebieten, wo sich Um- und Neubauten an den Dimensionen und der Gestaltung der vorhandenen Gebäude zu orientieren haben. Wie bisher haben Eigentümer von Liegenschaften, die als erhaltenswert oder schützenswert eingestuft sind, bei baulichen Veränderungen eine Voranfrage an die Kantonale Denkmalpflege zu richten.

Kontaktperson

Stefan Eichenberger

Burgdorf heizt & leuchtet erneuerbar

Plakat Energie

Die Stadt Burgdorf will zur Energiewende beitragen. Sie hat mit dem Energierichtplan die Weichen in Richtung 2000-Watt-Gesellschaft gestellt und wird gemeinsam mit der Localnet in neue umweltfreundliche Wärmeverbünde investieren.

Die Stadt Burgdorf ist bereits seit 1998 Energiestadt und gilt als Pionierin in Energiefragen, insbesondere bei der Förderung der Solarenergie. Der Energierichtplan aus dem Jahre 2012 hat das ehrgeizige Ziel, den Energieverbrauch innerhalb von 20 Jahren um einen Drittel zu senken und nichterneuerbare Energien wie Erdöl und Erdgas möglichst durch Sonne, Wind, Wasser oder Biomasse zu ersetzen. Die Abkehr von Erdöl und Erdgas leistet einen wichtigen Beitrag gegen die Klimaerwärmung, reduziert die Abhängigkeit von Lieferanten wie Libyen und Russland und sorgt stattdessen dafür, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt. Damit im Bereich Wärmeversorgung die Wende gelingt, sind zwei Dinge besonders wichtig. Erstens: Die älteren Gebäude, von denen es in Burgdorf viele gibt, müssen rascher und konsequenter energetisch saniert werden. Dadurch lässt sich der Energieverbrauch um bis zu 60% reduzieren. Zweitens: Burgdorf investiert in neue Wärmeverbünde, die mindestens zur Hälfte mit erneuerbaren Energien betrieben werden und den Liegenschaftseigentümern die Umstellung ihrer Wärmeversorgung erleichtern.


Das Baureglement sichert die Umsetzung
Das neue Baureglement enthält verschiedene für die Liegenschaftseigentümer verbindliche Energiebestimmungen. Neue Gebäude oder Erweiterungsbauten sollen künftig ihre Wärme zu einem grossen Teil aus erneuerbaren Energien beziehen. Burgdorf tut dies nicht im Alleingang: In zahlreichen Kantonen laufen Bestrebungen, dass Neubauten ab 2020 nur noch mit erneuerbaren Energien versorgt werden. Für Gebäude mit sechs oder mehr Wohnungen verlangt das neue Baureglement ein gemeinsames Heizwerk. Was bedeutet dies für die Burgdorfer Hausbesitzenden? Die Antwort darauf ist nicht ganz einfach, denn sie hängt von der Lage des Grundstücks, dem Erneuerungsbedarf, der Grösse eines allfälligen Erweiterungsbaus und von speziellen Umständen ab.


Wärmeverbund: Ohne Wahl keine Qual
Liegt die Liegenschaft im Einzugsgebiet eines Wärmeverbundes, also in einem der violett umfassten Gebiete des Zonenplans 1? Wenn ja, so besteht bereits bei einem Heizungswechsel und erst recht bei einer Gebäudeerweiterung oder einem Neubau die Pflicht, die Liegenschaft an den Wärmeverbund anzuschliessen. Die Anschlusspflicht kennt allerdings Ausnahmen, beispielsweise wenn der Anschluss an den Wärmeverbund die Wärmekosten unverhältnismässig stark ansteigen lässt oder wenn die künftige Wärmeversorgung des Gebäudes zu mehr als 75% über erneuerbare Energien erfolgen wird.


Ausserhalb: Massgeschneiderte Lösungen
Liegt das Gebäude ausserhalb eines Wärmeverbundes, hängt der Handlungsbedarf stark von den Erneuerungs- und Bauabsichten des Eigentümers ab. Wer nur das Heizsystem erneuert, hat bezüglich Energieträger weiterhin die freie Wahl, tut aber gut daran, erneuerbare, effiziente Alternativen zu prüfen. In Zonen mit Planungspflicht (ZPP) muss bei einem Heizungsersatz auf den im Baureglement vorgeschriebenen erneuerbaren Energieträger gewechselt werden. Wer sein Gebäude massgeblich erweitert oder einen Neubau plant, muss gemäss kantonaler Energieverordnung (gültig ab dem 1. September 2016) einen gewichteten Energiebedarf von 35 kWh/m2 einhalten. Da diese Regelung bereits sehr streng ist, verzichtet die Stadt Burgdorf darauf, bei Neubauten ausserhalb von Zonen mit Planungspflicht (ZPP) weitergehende Energievorschriften zu erlassen. In ZPPs muss ein um 10% tieferer Energiebedarf nachgewiesen werden.


Kontaktperson

Stefan Eichenberger



Unterlagen zum download

Stadtverwaltung Burgdorf
Zentrale und Empfang, Kirchbühl 23, Postfach 1570, 3401 Burgdorf

Telefon Zentrale: 034 429 91 11
Fax Zentrale: 034 422 94 26

E-Mail Zentrale

 

2017. Alle Rechte vorbehalten. Bitte lesen Sie die "Allgemeinen rechtlichen Hinweise, Datenschutz" bevor Sie diese Website weiter benützen.