Burgdorfer StadtMAGAZIN Nr. 03 - Herbst 2025

INHALT IMPRESSUM: Das Burgdorfer StadtMAGAZIN erscheint dreimal jährlich | Herausgeber: Stadt Burgdorf, Kirchbühl 19, Postfach 1570, 3401 Burgdorf, Telefon: 034 429 91 11, stadt@burgdorf.ch, burgdorf.ch | Konzept und Gestaltung: YOUHEY Communication AG, Burgdorf | Redaktionsteam: Stefan Ghioldi, Stefan Berger, Dagmar Kopše, Hans Rudolf Kummer, Rudolf Holzer, Urs Lüthi, Andreas von Wartburg, Torfinn Rothenbühler, Peter Ruch (YOUHEY), Adrian Gebhard (YOUHEY) | Redaktionsleitung: Peter Ruch | Texte: Peter Ruch, Adrian Gebhard | Bilder: Adrian Gebhard, Peter Ruch, zvg, Adobe Stock | Titelseite: Adobe Stock SONDERTEIL PRO BURGDORF: Text und Redaktion: Jonas Jakob, Markus Hofer | Bilder: Marco Meneghini (Marco Meneghini Fotografie) Druck: Haller+Jenzer AG, Burgdorf | Das StadtMAGAZIN wird klimaneutral auf 100%-Recycling-Papier gedruckt | Gesamtauflage: 24’800 Expl. Verteilgebiet: Burgdorf, Aefligen, Ersigen, Hasle bei Burgdorf, Heimiswil, Hindelbank, Kaltacker, Kirchberg, Lyssach, Oberburg, Rüdtligen-Alchenflüh, Rüegsauschachen, Rüti bei Lyssach, Utzenstorf, Wynigen. Ab jetzt im Bahnhofquartier Der Donnerstagsmarkt wagt den Neuanfang 4 Farbweg-Areal Stadtraum zwischen Altstadt und Bahnhof 10 Notfalltreffpunkt Wenn der Strom auf einmal weg ist 13 Pro Burgdorf Herbst in Burgdorf 14 100 Jahre Tennisclub Burgdorf Vom Tanzkurs zur Tennisinstitution 22 40 Jahre Kulturfabrik Experimentierfreude mit Beständigkeit 24 Sportförderung Neues Konzept mit klaren Zielen 28 Veranstaltungen / Hinweise / Tipps 31

Editorial Liebe Burgdorferinnen und Burgdorfer, liebe Leserinnen und Leser aus der Region Burgdorf ist eine Marktstadt – und das seit Jahrhunderten. Früher war es ein besonderes Privileg, Marktort zu sein, und dieses Privileg hat die Entwicklung unserer Stadt massgeblich geprägt. Die Zeiten haben sich seither geändert. Einen florierenden Wochenmarkt zu betreiben, ist angesichts des heute gängigen Konsumverhaltens eine grosse Herausforderung. Dennoch wollen wir uns treu bleiben und die wertvolle Tradition eines regen Marktlebens neu beleben. Denn der Markt in den Gassen ist weit mehr als nur «Shopping». Er ist Ort der Begegnung, der Geselligkeit, des kleinen Schwatzes und letztendlich ein Ort der städtischen Gemeinschaft und Identität. Es freut mich, wenn auch Sie mit dabei sind. Der folgende Artikel beschreibt den Neuanfang des Donnerstagsmarkts. Mit der Überbauung des Farbweg-Areals, rund um die ehemalige Butterzentrale entsteht ein neuer Stadtraum, der ebenfalls zur Identität unserer Stadt beiträgt. Er verbindet die untere Altstadt mit dem Bahnhofgebiet und orientiert sich dabei an den altstädtischen Prinzipien von Gassen, Nischen und Plätzen. Auf den Park entlang des Mühlibachs freue ich mich schon heute, und ich bin überzeugt, dass man sich dort sehr wohlfühlen wird. Dass die Kulturfabrik jemals ihr 40-jähriges Bestehen feiern könnte, hätten meine Stapi-Vorgänger der 1980er- und 1990er-Jahre wohl kaum für möglich gehalten. Mit viel Idealismus und Engagement ist es den Kunstschaffenden der Fabrik gelungen, einen weitherum bekannten, selbstverwalteten und authentischen Kulturort zu etablieren. Das verdient grössten Respekt und ist Grund genug wiedermal vorbeizuschauen. Dass mein Herz auch für den Sport schlägt, ist kein Geheimnis. Die Burgdorfer Sportvereine mit ihren vielen ehrenamtlich engagierten Mitgliedern sind ein wichtiges Rückgrat des gesellschaftlichen Zusammenhalts über die Gemeindegrenzen hinaus. Sie und vor allem ihre Nachwuchsarbeit mit städtischen Mitteln zu unterstützen, ist deshalb keine Wohltätigkeit, sondern eine Investition in Gemeinschaft und Wir-Gefühl. Und das scheint mir wichtiger denn je. Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre und für die bevorstehende Festzeit viele herzliche Begegnungen und ein freundliches Miteinander. Man sieht sich! Herzlich, Stefan Berger Stadtpräsident

4 Lange war der Donnerstagsmarkt in der Burgdorfer Oberstadt nur noch ein Schatten seiner selbst: wenige Stände und sinkende Umsätze. Nun zieht der traditionelle Markt dorthin, wo mehr läuft – ins Bahnhofquartier. So soll wieder Marktstimmung aufkommen, mit vertrauten Gesichtern und neuen Anbietern, die frischen Schwung bringen wollen. Der Donnerstagmarkt in der Burgdorfer Oberstadt bietet an diesem herbstlichen Vormittag ein ruhiges Bild. Ein Musikantenpaar stimmt Harfen- und Gitarrensaiten, der Klang schwebt durch die Schmiedengasse. Viel Publikum gibt es nicht, und die Stände lassen sich an einer Hand abzählen. Wer kommt, kennt «seinen» Stand, wechselt ein paar Worte, verkostet ein Stück Käse, nimmt einen Fisch für den morgigen Freitag mit. «Traurig» habe der Markt zuletzt gewirkt, sagt Jonas Jakob. Der Geschäftsführer von Pro Burgdorf stellt einen Befund, der sich heute gut nachempfinden lässt. Doch es soll besser werden: Ab morgen Donnerstag, 13. November 2025, zieht der Wochenmarkt von der Oberstadt hinunter ins Bahnhofquartier, genauer in den Abschnitt zwischen der BEKB und der Bahnhof Apotheke Zbinden. Die Stadt und Pro Burgdorf versprechen sich davon «deutlich mehr Laufkundschaft, Sichtbarkeit und Dynamik» – und die Marktfahrenden ein Umfeld, für das sich das Aufstehen vor dem Morgengrauen lohnt. Die Hoffnung teilen nicht nur die Organisatoren; auch Läden im Quartier sehen im Umzug einen Impuls für das ganze Viertel. Wohl überlegter Wechsel Dass diese Verschiebung kein Schnellschuss ist, merkt man im Gespräch mit Jonas Jakob. Der Geschäftsführer von Pro Burgdorf trägt, wie er sagt, «zwei Hüte»: Er organisiert die Wochenmärkte und vertritt gleichzeitig die Interessen des Gewerbes. Ein Dilemma, wenn man weiss, dass der Wegzug am Donnerstag für die Oberstadt ein Verlust ist – und doch der Markt, so wie er zuletzt dastand, «über kurz oder lang» eingegangen wäre. Die Alternative, nichts zu tun, habe es für ihn nicht gegeben. Der neue Standort sei nicht einfach spontan ausgerufen, er sei vielmehr sorgfältig evaluiert worden. Vom Kornhausquartier bis zur Bahnhofstrasse habe man mehrere Optionen geprüft. Entscheidend war die Willkommenskultur beim jetzt gewählten Standort: Gewerbler hätten durchs Band positiv reagiert, sagt Jonas Jakob. Sogar der Grossverteiler an der Bahnhofstrasse empfange die Stände mit offenen Armen. Ab jetzt im Bahnhofquartier Der Donnerstagsmarkt wagt

5 den Neuanfang Es gibt an beiden Märkten wieder Fleisch Dass es am neuen Standort überhaupt wieder ein Fleischangebot gibt, wertet Jonas Jakob als erstes Ergebnis des Aufbruchs: Mit der Hasle-Mühle stösst ein regionaler Bio-Betrieb dazu, der nicht nur Frischfleisch, sondern auch Brote und weitere Produkte mitbringt. Auch am Samstag. Parallel wolle man ab Frühling 2026 den Samstagsmarkt in der Oberstadt mit einem Rahmenprogramm gezielt stärken, aber ohne ihn in einen Event zu verwandeln. Wer verstehen will, warum Märkte mehr sind als Verkaufsflächen, muss in der Oberstadt nur kurz stehen bleiben. Etwa beim Käse von Susanna Brönnimann. Seit 2018 gehört sie zum Donnerstag in Burgdorf. Die Bäuerin vom Duttisberg – sie kultiviert neben der Milchwirtschaft auf dem Hof auch nachhaltige, saisonale Schnittblumen – kennt hier viele beim Namen. Beziehungen, die aus «Wie geit's?» und «Was chasch empfäle?» weit mehr machen als eine Floskel. Den Umzug sieht sie als Chance für neue, vielleicht jüngere Kundschaft. Angst vor Veränderung hat sie nicht. Nur: Es werde kein 1:1-Abbild des alten Donnerstagsmarkts geben. Rituale wie «Märit und nachher Kafi» würden sich verschieben. «Vielleicht gibt’s auch eine neue Kundschaft, die ihr Kafi woanders zu sich nimmt», sagt sie und lacht. Wichtig sei ihr, dass der Markt wieder «zieht» und dass er lebendig genug ist, um neue Marktfahrende anzulocken. Schräg vis-à-vis verkaufen Ueli und Vreni Hostettler aus Kräiligen seit 46 Jahren ihre Ware. In den frühen Tagen legten sie Flugblätter in die Briefkästen. Frischer Salzwasserfisch, das war damals etwas Besonderes. «Die liefen extrem gut», erinnern sie sich an ihre Anfänge. Später kam die autofreie Oberstadt, es kamen Grossverteiler mit Fischtheken, irgendwann auch Metzgereien, die Fisch mitverkaufen – Konkurrenz, die bis heute spürbar ist. Gegenüber damals sei der Umsatz heute um die Hälfte geschrumpft, bei gleichbleibendem Aufwand. «Da hoffen wir schwer, Der Fischstand von Vreni und Ueli Hostettler ist seit 46 Jahren eine Institution am Burgdorfer Wochenmarkt Susanna Brönnimann sieht für ihr Käseangabot am neuen Standort Potenzial für neue und auch jüngere Kundschaft

6 dass der neue Standort wieder Leben bringt.» Aber eine Garantie gibt es keine. Und doch bleibt der Markt für sie «eigentlich alles»: Einnahmequelle, Menschliches, Nähe zur Kundschaft. «Wir wollen noch viele Jahre kommen, aber entscheiden tut das Schicksal.» Das sind die Neuen auf dem Markt Der Neustart am Bahnhof lebt aber nicht nur von Treue und Tradition; er lebt von den Neuen, die sich etwas zutrauen. Ursula und Christoph Stalder von der Hasle-Mühle sind zwei von ihnen. Ihr Biohof beschäftigt über 20 Mitarbeitende, die sich rund ein Dutzend Vollzeitstellen teilen. Wer den Hofladen am Kreisel kennt, weiss um ihr Fleischangebot. Das Besondere daran: Es ist Fleisch aus Hoftötung. Die Tiere bleiben bis zuletzt in gewohnter Umgebung, ohne Transportstress. Das bringe eine Qualität die man schmecke. Für den Markt hat die Familie Stalder extra in einen Verkaufswagen mit Kühlvitrine investiert. «Burgdorf ist nicht übersät mit handwerklichen Metzgereien», sagt Christoph Stalder. «Das ist wahrscheinlich unsere Chance.» Rund 35 Mutterkühe gehören zum Betrieb mit knapp 50 Hektaren Nutzfläche. Produkte, die nicht in den Hofladen gehen, liefert man regional weiter. Das Fernziel formuliert Christoph Stalder unmissverständlich: Möglichst alles direkt vermarkten, aber nur so, dass es zur eigenen Philosophie passt: nachhaltig und tierwohlorientiert. Auch bei Anita und Stephan Kuhn aus Rüegsau spürt man dieses «Wir packen’s an». Seit 17 Jahren preisen sie jeden Samstag in Ersigen Gemüse an, ihr Hofladen läuft, die Abläufe sitzen. Für ihren neuen Standort Burgdorf haben sie Personal aufgestockt. «Marktfahrer sein heisst nicht herumstehen», sagt Anita Kuhn. «Du stehst auf der Bühne und arbeitest hart für deine Kundschaft.» Am Abend sei man nicht nur körperlich, sondern auch im Kopf müde – aber zufrieden. Ihr Sortiment ist breit: Drei Hektaren Freilandgemüse, zwei Tunnel, in einem steckt derzeit schon Nüsslersalat, dazu Lagergemüse, Kohlsorten, Kartoffeln, Pastinaken und vieles mehr. Was sie nicht selber anbauen, kaufen sie möglichst regional zu. Und sie kennen die Produzenten, mit denen sie zusammenarbeiten. Auch der Samstag soll profitieren Dass der Donnerstag künftig in der Unterstadt stattfindet, ändert auch den Blick auf den Samstag. Der Samstagsmarkt bleibt in der Oberstadt. Doch wenn der Donnerstag unten «schön und gesund» wird, wie es die Stadt erhofft, dann wird er zur besten Werbung Für Familie Stalder aus Hasle ist der Burgdorfer Wochenmarkt eine neue Erfahrung und Herausforderung zugleich Bild: Hasle-Mühle / Julia Gysin

7 Die Gemüsebauern Anita und Stephan Kuhn fahren nebst Ersigen jetzt auch auf den Burgdorfer Markt für den Samstag. Es ist ein bewusstes «Sowohl-alsauch»: unten mehr Frequenz, oben noch mehr Auswahl, mit einem Zusatzprogramm ab Frühling 2026, das auch Familien stärker anziehen soll, ohne den Markt zum Fest umzuflaggen. «Ein Markt soll ein Markt bleiben», sagt Jonas Jakob. Dass das gelingen kann, zeigt der Nachtmarkt: Dreimal im Jahr füllt und belebt er die Gassen. Natürlich gibt es Einwände. Wer in der Oberstadt einen Laden oder ein Café führt, fragt sich, ob der Donnerstag ohne Markt nicht noch stiller wird. Jonas Jakob bestreitet das nicht – er nennt es «traurigerweise ein Verlust». Aber er hält dagegen, dass der Donnerstagsmarkt so, wie er war, kein Markt mehr ist: vier, fünf Stände, kaum Vielfalt – zu wenig, um Laufkundschaft aus Gewohnheit anzulocken, zu wenig, um neue Marktfahrende zu begeistern. «Konkurrenz belebt das Geschäft», sagt er, und meint damit nicht nur die Stände untereinander, sondern auch die Beziehung zwischen Markt und stationärem Handel. Wenn in der Bahnhofstrasse mehr los ist, profitieren auch die Läden im Quartier. Und wenn in der Schmiedengasse der Samstag wieder «boomt», dann ist das gut für die dortigen Detaillisten. Das sei das Ziel und der Umzug die einzige Chance. Dazu passt, dass die Organisatoren die Hürden tief halten wollen. Wer etwas beitragen möchte, sei willkommen. «Das Anmeldeverfahren für Interessierte ist unkompliziert», sagt Jonas Jakob. Wer’s versuchen will, solle sich melden. Es ist dieser Ton – «Chum, probiers!» – der unter Marktfahrenden Vertrauen schafft und unter Kundinnen Neugier. Und das deckt sich mit dem, was die Neuen sagen: Die Standplatzmieten seien moderat, die Motivation der Organisatoren spürbar, man fühle sich ernst genommen. Wer durch die Bahnhofstrasse geht, sieht bereits, was der Markt hier vorfinden wird: Der Standort ist nicht romantisch – aber urban im besten Sinn. Genau das ist die Hoffnung, dass ausgerechnet dieses Umfeld dem Markt gut tut. Unten geht man sowieso vorbei – und bleibt dann vielleicht stehen, weil der Duft von Brot aus dem Marktstand weht, weil der Nüsslersalat bei Kuhns lockt, weil das Frischfleisch einfach «amächeliger» aussieht als im 0-8-15 Kühlregal und weil frischer Fisch auch im «Ich möchte es allen recht machen. Aber hier geht das nicht. Wir müssen jetzt einen Markt retten.» Jonas Jakob, Geschäftsführer Pro Burgdorf

8 November bestens schmeckt. Jonas Jakob umschreibt, was all dies zusammen bewirken soll: mehr Laufkundschaft, mehr Sichtbarkeit, mehr Dynamik; davon profitieren Markt und Quartier. Ein Stück Stadtentwicklung Die Porträts der Marktfahrenden, mit denen das StadtMAGAZIN gesprochen hat, zeigen noch etwas anderes: Märkte bieten Geschichten im Kleinformat. Bei Susanna Brönnimann ist jedes verkaufte Stück Käse eine Begegnung. Bei Hostettlers sind es Routine und Zuverlässigkeit, auch dann, wenn’s gesundheitlich einmal harzt und Genesungswünsche von der Kundschaft kommen. Bei den Kuhns ist der Markt ein Taktgeber, der seit Jahren läuft. Und bei der Hasle-Mühle schliesslich spürt man das Streben nach einem geschlossenen Kreislauf: von der Weide über die Hoftötung bis zur Theke im Wagen auf dem Markt um die Ecke. Nicht zuletzt ist der Umzug auch ein Stück Stadtentwicklung im Kleinen. Burgdorfs Nähe zu Bern, die Einkaufsmeile an der A1, der Onlinehandel – all das sind Trends, gegen die kein Markt erfolgreich anschreit. Aber er kann etwas, was kein Warenkorb im Internet kann: Begegnungen bringen, Gerüche verströmen, Emotionen hervorrufen. Er kann eine Oberstadt beleben, indem er in der Unterstadt funktioniert. Das mag paradox klingen. Aber wenn unten am Donnerstag ein «schöner und gesunder» Markt steht, dann erinnert das oben am Samstag daran, was Burgdorfs Marktkultur einmal war und wieder sein kann. Und so wird die Bahnhofstrasse zum Freiluft-Laden mit Gesichtern, die man kennt oder neu kennenlernen wird. Unten wird Strassenmusik vielleicht noch öfter zu hören sein – und das Murmeln der Pendler, das Quietschen von Velobremsen, das «Sälü zäme!». In der Oberstadt bleibt der Samstagsmarkt mit der Hoffnung auf wachsende Substanz. Dazwischen liegen nur ein paar hundert Meter und eine Entscheidung, die Mut brauchte. Aber Mut zur Veränderung war in Burgdorf schon immer eine traditionelle Tugend. Und so könnte der Umzug ein «Jackpot für alle Beteiligten» sein, wie Anita Kuhn dies erhofft. Jonas Jakob von Pro Burgdorf wünscht sich, dass durch den Umzug beide Wochenmärkte profitieren Einlösbar an einem beliebigen Stand am Burgdorfer Wochenmarkt (Donnerstags- oder Samstagsmarkt). im Wert von CHF 3.– Gutschein Gültig bis 30. November 2025. Einmal pro Kunde einlösbar, nicht kumulierbar mit anderen Rabattaktionen oder Gutscheinen, keine Barauszahlung.

MÄRIT STADT BURGDORF Pro Burgdorf BURGDORFER WOCHENMÄRKTE JEDEN DONNERSTAG 8.00 – 12.00 UHR IN DER BAHNHOFSTRASSE JEDEN SAMSTAG 8.00 – 12.30 UHR SCHMIEDENGASSE (WIE GEWOHNT) NEU

10 Das Farbweg-Areal am Rand der unteren Altstadt und in direkter Umgebung des Bahnhofs ist ein wichtiges Entwicklungsgebiet unserer Stadt. Lange stand hier die alte Butterzentrale. Und lange war unklar, ob und wann das Gebiet neu gestaltet werden kann. Nun ist das Projekt konkret und definiert: In zwei Etappen entsteht ein lebendiges Stück Stadt mit Wohn- und Gewerbeflächen sowie einer grossen Vielfalt an Begegnungs- und Aufenthaltsorten. Der Name «Farbweg» und der gleich daneben verlaufende «Loustampfiweg» lassen darauf schliessen, dass hier entlang des Mühlibachs im 19. Jahrhundert wohl Betriebe der damals aufkommenden Textilindustrie standen. Später dann wurde hier die Verbandsmolkerei errichtet und 1917 die Butterzentrale, die erst vor Kurzem abgerissen wurde. Sie entstand unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs, als die Lebensmittel knapp waren, und bot Raum für die Lagerung von Butter zur sicheren Versorgung der Bevölkerung. Im Verlauf ihrer Geschichte wurde die Butterzentrale zwar noch vergrössert, seit gut fünfzig Jahren jedoch nicht mehr ihrem ursprünglichen Zweck entsprechend genutzt. Die Butterzentrale wurde 1973 nämlich nach Oberburg verlegt. Über Jahrzehnte hinweg wurde das stattliche Gebäude zwischengenutzt: als Standort für Start-Ups, als Unterkunft für Asylsuchende, als Schulraum für das Gymnasium und zuletzt als vielbeachteter Treffpunkt für Menschen am Rand der Gesellschaft. Das Gebäude geriet über die Jahre in einen maroden Zustand. Dennoch besass es als augenfälliger Zeuge der Industriegeschichte eine denkmalpflegerische Bedeutung, die das Entwicklungsprojekt am Farbweg mitprägte. Nicht zuletzt durch die Frage, ob die alte Butterzentrale überhaupt abgerissen werden dürfe, um eine neue Überbauung des Areals zu ermöglichen. Erhaltenswert aber nicht maximal geschützt Es brauchte umfassende Gutachten und die Verständigung mit der kantonalen Denkmalpflege, bis der Abriss der alten Butterzentrale Tatsache werden konnte. Bedingung dafür war auch die hohe Qualität der neuen Arealentwicklung, welche bezüglich Architektur, Freiräumen und städtebaulicher Integration in der entsprechenden Überbauungsordnung festgeschrieben wurde. Wenn die Butterzentrale schon weichen muss, dann jedenfalls für eine hochwertige und dem markanten Standort angemessene Neugestaltung des Areals. Weil zudem die Tage der Migros Do-it Filiale an der Ecke Farbweg/Poststrasse gezählt waren, ergab sich ein Entwicklungsperimeter, der die nun geFarbweg-Areal Stadtraum zwischen Altstad

11 plante Umsetzung ermöglichte. Nach fast zehn Jahren Entwicklungszeit stand dem Bau eines attraktiven Stadtraums an bester Lage nichts mehr im Wege. Zwei Investorinnen dabei Eigentümerinnen des FarbwegAreals sind die Raiffeisen Pensionskasse und die Pensionskasse der Technischen Verbände (PTV). Für beide Investorinnen waren nebst der städtebaulichen Qualität dt und Bahnhof und Relevanz des Projekts die hervorragende Lage des Areals in Fussdistanz zum Bahnhof und im geschäftigen Innenstadtbereich entscheidend für ihr Engagement. «Die Raiffeisen Pensionskasse hat sich nach sorgfältiger Prüfung für eine Investition in Burgdorf entschieden. Ausschlaggebend waren die überzeugende Lagequalität und das Ergebnis eines qualitätsorientierten Wettbewerbsverfahrens, aus dem ein Projekt mit hoher architektonischer und städtebaulicher Wertigkeit hervorgegangen ist», begründet Marc Pfister, Projektleiter Immobilien bei der Raiffeisen Pensionskasse, den Entscheid. Dies, obwohl sich das Projekt aufgrund der Abklärungen rund um die alte Butterzentrale erheblich verzögert hatte. «Dank dem konstruktiven Dialog mit den Stadtbehörden und der Denkmalpflege konnte letztlich eine nachhaltige Lösung entwickelt werden, die allen Beteiligten gerecht wird», erläutert Marc Pfister weiter. Ganz ähnlich beurteilt auch die PTV als zweite Investorin die Vorzüge des Projekts. «Zentral gelegene Standorte mit gut ausgebauter Infrastruktur und Anbindung an den öffentlichen Verkehr ermöglichen ein autoarmes Leben und helfen damit, die Nachhaltigkeitszielsetzungen der PTV zu erreichen», Die alte Butterzentrale um 1918 Grosszügige Aussenflächen und Gewerbe im Erdgeschoss ©GWJ Architektur AG «Bauten prägen das Stadtbild langfristig und tragen wesentlich zur Identität und Qualität urbaner Räume bei. Wir sind überzeugt, mit dem Bauprojekt einen positiven Beitrag zur Entwicklung der Stadt leisten zu können.» Marc Pfister, Projektleiter Immobilien Raiffeisen Pensionskasse Das Projekt von GWJ Architektur AG Bern und Zürich und ORT AG für Landschaftsarchitektur überzeugte die Fachjury, Investorinnen und Behörden. ©GWJ Architektur AG Foto Bechstein ©Burgergemeinde Burgdorf

12 ergänzt Roman Bürki, Leiter Immobilien bei der PTV. Mit weniger als zehn Minuten Fussdistanz zum Bahnhof erfülle das Farbweg-Areal diese internen Vorgaben der nachhaltigen Immobilienentwicklung bei weitem. Das Prinzip von Gassen, Nischen und Plätzen «Die Zwischenräume werden zum zentralen Thema», so umschreibt das Projekt Team von GWJ Architektur das Leitmotiv der Überbauung. Die Gestaltung des Areals folgt den städtebaulichen Prinzipien von Gassen, Nischen und Plätzen und schafft so eine stimmige Verbindung von Unterer Altstadt und erweitertem Bahnhofquartier. Entlang des Farbwegs entsteht ein städtischer Begegnungs- und Aufenthaltsraum, der durch gewerbliche Nutzungen im Erdgeschoss zusätzlich belebt wird. Und entlang des Mühlibachs, der weiter offengelegt wird, erstreckt sich ein öffentlicher Park, der die innenstädtische Dichte auflockert und an sommerlichen Hitzetagen für Kühlung sorgt. So entsteht der Charakter eines neuen, vielfältigen Quartiers, das sich aber nicht hermetisch von seiner Umgebung abgrenzt, sondern die Stadtstruktur sorgfältig ergänzt. 120 Wohnungen und Gewerbeflächen in zwei Etappen Die Vielfalt der Wohntypologien und ihre unterschiedliche Materialisierung ermöglichen ein breites Spektrum an Wohnformen und richten sich damit an eine vielfältige Bewohnerschaft. In zwei Bauetappen entstehen Wohnungen für Familien, junge und ältere Paare sowie Kleinwohnungen für Studierende und Singles. Mit dieser Bandbreite an Platzbedürfnissen wird eine durchmischte und vielfältige Nachbarschaft angestrebt. Ein autofreier Stadtteil Mit der vollständigen Realisierung des Projekts wird ein komplett autofreier Stadtteil entstehen. Abgesehen von Zufahrten und Parkflächen in der unterirdischen Einstellhalle für Bewohnerinnen und Bewohner ist kein motorisierter Durchgangsverkehr vorgesehen. Auch die bisherigen öffentlichen Parkplätze bei der Butterzentrale werden ersatzlos entfallen. Im Vorfeld und während der Planung wurde dieser Verlust für das Bahnhofquartier kontrovers diskutiert, zumal die geplante Einstellhalle gemäss Überbauungsordnung auch für öffentliches Parking vorgesehen wäre. Dieses Vorhaben wurde vom Burgdorfer Stadtrat zurückgewiesen. Zwar erkannte er teilweise die Notwendigkeit öffentlicher Parkplätze im Quartier an, beurteilte die veranschlagten und von der Stadt verifizierten Kosten jedoch als zu hoch und nicht mit dem städtischen Budget vereinbar. Viel Aussenraum, Nischen und Plätze zum Verweilen Markantes Gebäude am Kreisel «Brachliegende Areale zur Entwicklung von nachhaltigen Neubauprojekten sind rar. Und deshalb freut es uns umso mehr, konnten wir vor ein paar Jahren in das Projekt einsteigen.» Roman Bürki, Leiter Immobilien PTV ©GWJ Architektur AG ©GWJ Architektur AG

13 Notfalltreffpunkt Wenn der Strom auf einmal weg ist Mitte Oktober war die Markthalle Burgdorf Schauplatz einer realitätsnahen Übung, die zeigen sollte, wie Stadt und Region im Falle eines grossflächigen Stromausfalls organisiert sind. Die Einwohner- und Sicherheitsdirektion und das Regionale Führungsorgan RFO führten gemeinsam mit zahlreichen Partnern eine koordinierte Einsatzübung durch. Im Zentrum der Übung stand der sogenannte Notfalltreffpunkt (NTP), eine Anlaufstelle für die Bevölkerung, wenn andere Informationsquellen plötzlich ausfallen. Das Übungsszenario: Punkt 11 Uhr fällt in Burgdorf und grossen Teilen der Zentralschweiz der Strom aus. Die Lage ist diffus, Ursache und Dauer unbekannt. Zentrale Herausforderung: Kommunikation und Koordination – ohne die gewohnten Hilfsmittel. In der Markthalle wurde der Betrieb des NTP unter Realbedingungen getestet. Neben Personal und Meldeformularen standen auch Technik und Notstromversorgung im Fokus. Die Feuerwehr brachte das benötigte Material, die Stadtverwaltung stellte die Grundorganisation sicher. Polycom-Funkgeräte wurden eingerichtet, ein Satellitenmodul über Starlink aktiviert, die Infrastruktur getestet – mit Erfolg. Dabei zeigte sich aber auch: Wenn das digitale Sicherheitsnetz ausfällt, braucht es analoge Alternativen. Hier kamen die Funkamateure ins Spiel. Die Amateurfunkgruppe Burgdorf demonstrierte eindrücklich, wie mit eigener Infrastruktur auch im absoluten Blackout noch kommuniziert werden kann. Über ein unabhängiges Funknetz wurde unter anderem eine Verbindung zum Spital Emmental hergestellt – und zwar mit einem gewöhnlichen Telefonapparat. Björn Hess und sein Team zeigten, dass sogar Videotelefonie möglich ist, was nicht nur Urs Lüthi, Leiter der Einwohner- und Sicherheitsdirektion sowie des RFO, beeindruckte. In simulierten Rollenspielen suchten verunsicherte Bürgerinnen und Bürger Hilfe im NTP. Solche Szenarien halfen dabei, realistische Anforderungen an den Betrieb zu erkennen und Abläufe zu verfeinern. Ein zentrales Fazit der Übung: Ein funktionierender Notfalltreffpunkt ist essenziell, um in einer Ausnahmesituation handlungsfähig zu bleiben. Besonders die Kommunikation – intern wie extern – entscheidet darüber, ob Hilfe rechtzeitig dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Zudem wurde deutlich, wie wichtig ein persönlicher Notvorrat ist. Denn bei Stromausfall geraten auch Supermärkte und Tankstellen schnell an ihre Grenzen. Im Internet lässt sich der empfohlene Vorrat einfach für jeden Haushalt berechnen.

Die Seiten von 14 «Vou Schön» Der Secondhand-Laden «Vou Schön» von Andrea Betz an der Schmiedengasse 18 in der Burgdorfer Altstadt lädt zum Entdecken und Stöbern ein. Das Angebot umfasst stilvolle Kleidung für die modebewusste Frau. Wer etwas Spezielles und Aussergewöhnliches sucht, wird garantiert fündig: Das Spektrum reicht vom Designer-Brautkleid bis zu bequemen Jeans, von Marken wie FTC Kaschmir und Missoni bis zu Penn&Ink NY und Windsor. Weiter umfasst das Sortiment Schuhe, Accessoires wie Taschen und Schals, und hochwertige Schmuckkreationen. Aber auch Kunstliebhaberinnen kommen auf ihre Kosten: Andrea Betz bietet nämlich auch von ihr selbst gemalte Acryl-Bilder zum Verkauf an. Im Ladenlokal wird Nachhaltigkeit mit Kreativität kombiniert: Jedes Kleid erzählt eine Geschichte, jede bemalte Leinwand sorgt für Farbtupfer im Leben. Alle, die dem Geschäft bereits einen Besuch abstatteten, sind sich einig: Der Name «Vou Schön» hält, was er verspricht. «Es ist mir ein grosses Anliegen, dass sich die Kundschaft bei mir wohlfühlt», betont Andrea Betz. «Alle sind herzlich eingeladen, sich entspannt umzusehen. Damen dürfen selbstverständlich gerne in männlicher Begleitung vorbeikommen. Auf Wunsch stehe ich jederzeit beratend zur Verfügung.» «Vou Schön» ist jeweils dienstags bis freitags von 10.00 bis 12.30 Uhr und von 14.00 bis 17.00 Uhr sowie samstags von 09.00 bis 14.00 Uhr geöffnet. Vogel Echinaforce Resistenz – Erkältung forte Unterstützen Sie Ihr Immunsystem auf natürliche Weise oder mit einer Grippeimpfung. Wir beraten Sie gerne. 120 Tabletten / CHF 49.90 Vogel Resistenz – Erkältung Junior 120 Tabletten / CHF 23.90 Bahnhof Apotheke Zbinden AG Bahnhofstrasse 13, achillea.ch Armketten Diverse Armketten aus verschiedenen Edelmetallen CHF 800.00 / 650.00 / 450.00 (Gelbgold-750 / 18 Kt.) Goldschmied Aebi Schmiedengasse 15, goldschmied-aebi.ch

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Die Seiten von 18 Gervaise – Hand Made Gervaise Voisard fertigt in ihrem Nähatelier «Gervaise – Hand Made» an der Schmiedengasse 14 in Burgdorf individuelle Kleidung nach Mass an – sei es für den Alltag oder einen besonderen Anlass. Selbstverständlich führt sie auch Änderungsaufträge aller Art aus. Wenn bei den heiss geliebten Jeans ein Riss geflickt, ein Kleid etwas enger oder weiter gemacht werden muss oder bei einem Hemd die Ärmel zu lang sind, dann ist die gelernte Schneiderin garantiert die richtige Ansprechperson, um eine Lösung zu finden. «Ich bin offen für Aufträge und Projekte aller Art», erläutert die Jurassierin, die seit mittlerweile neun Jahren in Burgdorf lebt. «Mit Sorgfalt, einem Auge fürs Detail und präziser handwerklich-kreativer Arbeit sorge ich dafür, dass die Wünsche meiner Kundinnen und Kunden in Erfüllung gehen.» Gervaise Voisard hat zudem eine Kollektion an Kleidungsstücken für Damen entworfen, die sie auf Wunsch in Standardgrössen anfertigt oder als Grundmuster für Variationen verwendet. Die Auswahl reicht vom ärmellosen Top bis zur enganliegenden Hose, bestehend aus hochwertigem und ökologischem Material. In ihrem Atelier verkauft sie ebenfalls Secondhand-Kleidung und diverse Stoffe. Besonders viel Freude bereitet ihr der Kontakt mit Menschen: «Das Ziel meiner Arbeit besteht darin, der Trägerin oder dem Träger des Kleidungsstücks ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.» gervaise.ch Guter Stoffwechsel Kleidung und weiche Accessoires für die kalte Jahreszeit, in hochwertiger Qualität und schönen Farben finden Sie auch bei uns im Claro Laden! Preise individuell Claro Weltladen Metzgergasse 10, claro-burgdorf.ch Come and flow with us! Grosszügiges, helles Yogastudio mitten in Burgdorf. Wir bieten Yoga für Alle und haben ein vielseitiges Stundenangebot mit einem flexiblem Abosystem! Preise individuell Dhara Yoga & More Sägegasse 18, dhara-yoga.ch

19 Die Seiten von e Bsuech wärt! Immer wieder eine vielfältige, überraschende Auswahl an Sachen mit «Lebenserfahrung». Herzlich willkommen! Preise individuell Burgdorfer Brocki Heimiswilstrasse 6, burgdorferbrocki.ch Berthe Aux Grands Pieds Gönnen Sie Ihren Füssen Socken aus edlen Fasern in klassischem, modernem oder verspieltem Design der französisch- burgundischen Traditions-Manufaktur. Preise individuell Anziehendes Progressastrasse 17, anziehendes.ch Burgdorfer Schloss-Steine Knackige Schokolade (Grenada) mit luftiger Füllung. Unsere exklusive Hausspezialität wird regional produziert. Preise individuell ChocoLade Poststrasse 9, choco-lade.ch Physiotherapie in Burgdorf Bei der OMNIA Physio Burgdorf stehen Sie und Ihre Gesundheit im Mittelpunkt. Wir unterstützen und fördern Sie, um Ihre individuellen Ziele selbständig zu erreichen. Preise individuell OMNIA Physio Burgdorf Typonweg 7, omnia-physio.ch Taschenmesser Einhorn Exklusiv bei Klötzlis: das Einhorn- Taschenmesser mit Schere und Säge. Perfekt vorbereitet für deine Abenteuer! CHF 49.00 Klötzli Messerschmiede Hohengasse 3, klotzli.com

Die Seiten von 20 Lubana AG Die Lubana AG mit Sitz im Fischermätteli 19 ist seit 35 Jahren in Burgdorf tätig und hat sich als zuverlässige Partnerin in allen Immobilienfragen etabliert. Der Familienbetrieb von Francesco M. Rappa und seiner Ehefrau Karin Rappa setzt mit rund 30 engagierten Mitarbeitenden auf Kontinuität, Vertrauen und regionale Verankerung. Zum Angebot gehören der Verkauf und die Erstvermietung von Immobilien, fundierte Bewertungen, die Bewirtschaftung und Verwaltung von Mietliegenschaften und Stockwerkeigentum sowie die Liegenschaftsbuchhaltung. Hinter diesen Dienstleistungen steht ein persönliches Engagement, das weit über Zahlen und Verträge hinausgeht. Der direkte Kontakt und das Gespür für individuelle Lösungen prägen die Arbeit des Unternehmens. Mit Erfahrung, Fachwissen und einem familiären Kern sorgt die Lubana AG dafür, dass Immobilien langfristig ihren Wert behalten. «Wir zeichnen uns durch Kundennähe, hervorragende Marktkenntnisse, ein grosses Netzwerk und einen hohen Qualitätsanspruch aus. Sicherheit, Transparenz und Effizienz stehen stets im Mittelpunkt unserer Tätigkeit», betonen Karin und Francesco M. Rappa. Die Lubana AG engagiert sich seit 1990 in der Lehrlingsausbildung. Zudem führt sie die Geschäftsstelle des Hauseigentümerverbands Burgdorf und Trachselwald und ist auch dabei eine wichtige Adresse in der Region. lubana.ch Kinderteller-Set – Handbemalte Unikate aus Porzellan Sujets: Eisbär, Fisch, Fuchs und Waschbär – Porzellan: gebrannt bei 1250°C, spülmaschinenfest, nachhaltig und sozial hergestellt. ab CHF 54.00 Stiftung Intact Kirchbergstrasse 21, wir-bringens.ch Nussige Knabberei Egal ob zum Kaffee oder für Zwischendurch – die Nuss-Stängeli passen immer. Der knusprig-harte Klassiker wird in Trubschachen produziert. 500 g / CHF 4.00 Coop Sägegasse 14 und Bahnhofstrasse 7, coop.ch

21 Die Seiten von Gesund durch die kalte Jahreszeit Mit unseren stärkenden Mischungen und dem Thymianbalsam. Spagyrik Resistenzsteigerung CHF 30.90 Romulsin Thymian Balsam CHF 10.15 Teemischung Immunsystem CHF 12.90 Apotheke Ryser AG Lyssachstrasse 17, apotheke-ryser.ch Kalb, Melone, Zitrone Gerichte aus dem Gourmet-Menu von Lukas Kiener, raffiniert komponiert und perfekt präsentiert. 6-Gang Menu CHF 170.00 Aemme Shrimp, Mais, Heidelbeer 6-Gang Menu CHF 170.00 Rind, Ketchup, Peperoni Geniessen Sie ein aussergewöhnliches kulinarisches Erlebnis im Restaurant Zur Gedult. 6-Gang Menu CHF 170.00 Restaurant Zur Gedult Metzgergasse 12, gedult.ch Neubezug Sitzmöbel Werten Sie Ihre Sitzmöbel mit einem auserlesenen Stoff auf. Preise individuell Team Interieur Metzgergasse 21, team-interieur.ch Even Realities Vor 30 Jahren Science Fiction, heute Realität! Diese Smart Glasses sind in zwei Formen und drei Farben bei uns auf Lager. www.evenrealities.com Preise individuell Optik von Gunten AG Poststrasse 5, optik-vongunten.ch

22 Der Tennisclub Burgdorf feiert im kommenden Jahr 100 Jahre bewegte Geschichte. Was als Notlösung für einen Tanzball begann, entwickelte sich zu einem der grössten und aktivsten Sportvereine der Stadt. Mit Boomjahren, Platznöten, prominenten Gästen und einer klaren Vision: Tennis für alle Am Anfang stand ein Tanzkurs. Und eine nicht bewilligte Freinacht. 1926 gründeten einige tanzfreudige Burgdorfer kurzerhand einen Verein, um einen Ball veranstalten zu dürfen – den «City-Club». Der Zweck: «Pflege der Geselligkeit und Förderung besonderer Ziele wie Tanzkurse, Fechten, Tennis etc.» Daraus entwickelte sich, mit etwas Humor und viel Einsatz für den Sport, der heutige Tennisclub Burgdorf (TCB). Hundert Jahre später ist aus dieser spontanen Idee ein fester Pfeiler des Burgdorfer Sportlebens geworden – mit einer modernen Anlage, hunderten Mitgliedern, einer Tennishalle und einem lebendigen Vereinsleben. Der Weg dahin war allerdings alles andere als ein Selbstläufer. Spielfeld statt Gesellschaftsschau Am 8. Mai 1926 wurde der erste Tennisplatz im Gebiet der heutigen Markthalle eingeweiht. Die Umkleidekabine befand sich im Keller der Turnhalle Sägegasse oder gleich nebenan im Restaurant Landhaus. Tennis galt damals noch als Sport für die Oberschicht. Doch der erste Präsident, Robert Lüthi, stellte früh klar, worum es wirklich gehen sollte: «Nicht um feine Ausrüstung, sondern um guten Sport – und darum, dass jeder gleich viel wert ist, ob gut oder weniger gut im Spiel.» 1932 zügelte der Club an den Hofgutweg, nachdem die Markthalle gebaut wurde. Die neue Anlage mit anfangs drei Plätzen wurde mit Stolz eröffnet. Doch die wirtschaftlich schwierigen Jahre und der Zweite Weltkrieg trafen auch den TCB. Mitglieder traten aus, die Finanzen waren knapp. 1940 appellierte der damalige Präsident: «Gerade jetzt empfinden wir ein Bedürfnis nach Ablenkung und Entspannung… unser Spielbetrieb darf nicht aufhören.» Auch die Jugend fehlte in dieser Zeit fast komplett – ein Problem, das heute in der umgekehrten Form erfreulich ist: 2026 gibt es keine Nachwuchssorgen mehr. Platznot in Zeiten des Tennisbooms In den 1960ern kam der Tennisboom. Die Mitgliederzahlen stiegen, doch die Anlage am Hofgutweg blieb gleich klein. Ein Ausbauprojekt beim Altersheim zerschlug sich. In den 1970ern wurde es richtig eng: Bis zu 460 Spielerinnen und Spieler teilten sich die unterdessen vier Plätze. Trotz Turnieren, Schultennis und grossem Engagement – irgendwann reichte es nicht 100 Jahre Tennisclub Burgdorf Vom Tanzkurs zur Tennisinst

23 mehr. Ein Mitgliederstopp kam nie infrage, zu klar war das Ziel: Der TCB soll ein Tennisclub für alle sein, nicht für wenige. Silvio Tanner, seit 1959 Mitglied, erinnert sich: «Früher durften wir Junioren ab 17 Uhr nicht mehr spielen. Wir mussten mit alten, verbrauchten Bällen trainieren, während die Herren Direktoren und Doktoren ihre neuen Filze schlugen.» 1975 kam der Aufbruch: neue Plätze, neue Anlage, ja sogar eine Tennishalle sollte entstehen. Am 21. November 1978 erfolgte der Spatenstich im Lindenfeld. Der Club beteiligte sich am Aktienkapital der Halle. Es folgte ein Neubeginn, der den TCB fit für die Zukunft machte. Der Boom war kein vorübergehendes Phänomen. Tennis wurde zum Breitensport – in allen Altersklassen, für Männer, Frauen, Kinder. Turniere wurden beliebter, Trainings professioneller. Tennis wurde zum Ganzjahressport, auch in Burgdorf. Man bot kostenlose Kurse für Schüler, engagierte Trainer und baute die Infrastruktur kontinuierlich aus. Vom weissen Sport zum Volkssport Was früher elitär war, wurde breit untermauert, was sich auch in der Sprache niederschlug. Vom «Smash» bis zum «Volley» – Begriffe, einst exklusiv, wurden Alltagsvokabular. Auch das Vorurteil der teuren Ausrüstung zerbröckelte. Vom Kind bis zum Grosselternteil konnten auf einmal alle Tennis spielen. Die soziale Durchmischung spiegelte sich auch in der Clubkultur: «Irgendwann gab es kleine Ansteckschilder mit der Aufschrift ‹Sportler sagen Du – ich heisse …›. So hat man sich langsam vom Herr Doktor verabschiedet», erzählt der 83-jährige Silvio Tanner schmunzelnd. In Burgdorf spielte man nicht nur aus Freude, sondern auch auf beachtlichem Niveau. Der Swiss-Tennis-Finaltag der Senioren ab 30+ findet seit über zehn Jahren in Burgdorf statt. Grössen wie Marc Rosset, Severin Lüthi oder Jakob Hlasek setzten sportliche Glanzlichter. Hunderte von freiwilligen Helferinnen und Helfern, Platzwarten, Organisatoren und Vorstandsmitgliedern, halten im Stillen den Laden am Laufen. Tradition und Entwicklung Wer den Tennisclub Burgdorf heute besucht, merkt schnell: Hier ist etwas gewachsen, das über die reine Infrastruktur hinausgeht. Die gepflegten Plätze, das schöne Clubhaus, das Engagement der Mitglieder – all das ist Ausdruck von Identifikation, Gemeinschaft und Hingabe. Es ist kein Zufall, dass auswärtige Gäste die Anlage als «Bijou» loben. Ein Jahrhundert Vereinsgeschichte bedeutet nicht nur Rückblick, sondern auch Ausblick. Der TCB steht für Tradition, aber auch für Entwicklung. Der Verein ist offen für Neues, für junge Spielerinnen und Spieler, für Familien, für Plausch- wie für den Leistungssport. Er lebt vom Miteinander – damals wie heute. «Einst selbst Junior, sind heute mehrere junge Vorstandsmitglieder für diverse Ressorts ehrenamtlich verantwortlich», betont Clubpräsidentin Jacqueline Mumenthaler. «Das ist nicht selbstverständlich.» Im Jubiläumsjahr 2026 sind zahlreiche Aktivitäten geplant – sportlich, gesellig und historisch. Einer der Höhepunkte wird eine festliche Ballnacht sein, als charmante Reminiszenz an jene Freinacht von 1926, ohne die es den Club vielleicht nie gegeben hätte. «Früher war Tennis ein Sport für die Oberschicht. Die Herren spielten in langen weissen Hosen.» Silvio Tanner, seit 1959 Mitglied im TCB titution Der erste Tennisplatz Mitte der 1920er Jahre am heutigen Standort der Markthalle. Heute existieren 9 gepflegte Sandplätze neben der Tennishalle im Lindenfeld.

24 In diesem Jahr feiert die Kulturfabrik ihr 40-jähriges Bestehen. Bereits Ende August gab es aus diesem Anlass ein grosses Fest mit vielen Gästen, Dîner, Musik, Performance, Torte und Feuerwerk. Dass die Kulturfabrik so lange Bestand haben würde und zu einer festen Institution in Burgdorf wird, darauf hätten vor 40 Jahren wohl nur die wenigsten gewettet. Heute ist die Fabrik ein Ort mit Strahlkraft weit über Burgdorf hinaus. Die frühen 1980er-Jahre waren eine bewegte Zeit. Ältere Leserinnen und Leser können sich vielleicht erinnern: In einigen Schweizer Städten brodelte es, mancherorts brannte es sogar. Die Jugendunruhen waren unverkennbar und unüberhörbar. Mit Nachdruck und Lautstärke machte die junge Generation auf ihre Anliegen aufmerksam. Nicht etwa als dumpfe Fundamentalkritik an Staat, Gesellschaft oder Wirtschaft, sondern mit der glasklaren Forderung nach autonom verwalteten Freiräumen für Jugendkultur. Die gab es damals nämlich nicht. Urknall der Bewegung war ein heutzutage fast zynisch anmutender Beschluss des Zürcher Stadtrats: Das renommierte Opernhaus sollte für 60 Millionen Franken renoviert werden, während praktisch im selben Atemzug das autonome Jugendzentrum geschlossen wird. Die Situation eskalierte, und es kam zu wüsten Krawallen. So weit kam es im beschaulichen Burgdorf natürlich nicht. Es gab lediglich einige, teilweise gehässige Diskussionen rund um ein gewünschtes Jugendhaus. Einzelne Bürgerinnen und Bürger, die anonym bleiben wollten, befürchteten, dass ein autonom geführtes Jugendhaus automatisch zu Drogenkonsum und Randalen führen würde. Gleichzeitig wuchs jedoch das Bedürfnis der jungen Generation nach Raum für ihre Kultur, ihre Interessen und autonome Selbstverwaltung. Raum für Kunstschaffen und Jugendkultur Auf der Suche nach einem geeigneten Atelier entdeckten Urs Graf und seine Partnerin Petra Fischer zufällig das leerstehende Fabrikareal am Rand von Burgdorf. Er konnte die Besitzer der ehemaligen Elektromotorenfabrik überzeugen, die rund 2‘000 Quadratmeter umfassenden Gebäude und die Vorplätze an einen noch nicht existierenden Trägerverein zu vermieten. Und dies zu einem Jahreszins von 26 Franken pro Quadratmeter. Damit war der Grundstein für die Kulturfabrik an der Lyssachstrasse gelegt. Der im Frühling 1985 gegründete Verein «IG-Kultur in der Fabrik» mietete das Gebäude mit dem Ziel, darin ein 40 Jahre Kulturfabrik Experimentierfreude mit Be

25 kulturelles Zentrum zu betreiben und das junge, zeitgenössische und experimentelle Kulturschaffen in der Region zu fördern. Schon im Gründungsjahr arbeiteten rund ein Dutzend Künstlerinnen und Künstler, bunt gemischt aus allen Sparten, in den eigenhändig hergerichteten Ateliers der Fabrik. Ein Jahr später hatten sich schon deren 20 eingemietet. Und als ideale Ergänzung bezog der heute ebenfalls 40-jährige Theaterzirkus Wundereständigkeit plunder in der Fabrik sein festes Domizil und Winterquartier. Seither verbringen die «Wundis» ihre Winterpause in der Halle im Erdgeschoss, wo repariert, diskutiert und das Stück der nächsten Spielzeit einstudiert wird. Kultur jenseits des Mainstreams Von Beginn weg unterstützte die Stadt die Ziele der Kulturfabrik, was in den Anfangszeiten keineswegs selbstverständlich war. Immerhin war man mit der Fabrik in Burgdorf seiner Zeit einen Schritt voraus: In Bern gab es noch keine vergleichbaren Orte für ein alternatives Kulturangebot. Die Dampfzentrale und die in ihren Anfängen noch als Ort der alternativen Kultur fungierende Reithalle gab es noch nicht. Die Burgdorfer Kulturfabrik hingegen verfügte mit der grossen Werkhalle, die einen fantastischen industriellen Charme ausstrahlt, einen perfekten Ort für experimentelle Szenenkultur. Kein Wunder also, dass viele junge Bernerinnen und Berner – aber auch Menschen aus Solothurn und Biel – nach Burgdorf strömten, um Veranstaltungen in der Fabrik zu besuchen. Einer der grössten Events war das europäische Hip-Hop-Festival 1989. Über 2‘000 Besucherinnen und Besucher feierten sich, ihre Musik und ihre Botschaften. Bereits zwei Jahre zuvor machte das Projekt «72-Stunden Musik/ein Lebensraum» Schlagzeilen. Über Pfingsten 1987 wurde die dreitägige Non-Stop-Komposition mit PerformanDie ursprüngliche Elektromotorenfabrik Hip-Hop-Festival 1989 ©Beatrice Lang ©Archiv Kulturfabrik ©Archiv Kulturfabrik «Die Vielfalt und die Ernsthaftigkeit der Künstlerinnen und Künstler, die in ihren Ateliers in der Fabrik arbeiten, sind das Geheimnis unseres Erfolgs.» Ursula Jakob, Künstlerin, seit 1985 in der Fabrik Erste Events machten die Kulturfabrik weitherum bekannt

26 ces, Installationen, Tanz und Musik im Schichtbetrieb aufgeführt. «Neue Musik am Stück in der Burgdorfer Fabrik» titelte damals die Berner Zeitung ihren Artikel darüber. Atelier, Veranstaltungsort oder beides? «Die grossen Events brachten manchmal sehr viel Unruhe in die Fabrik. Es gab Zeiten, in denen das eigentliche Arbeiten in den Ateliers fast in den Hintergrund gedrückt wurde», erinnert sich Sabina Lang. Man habe sich dann auf den Grundsatz zurückbesonnen, dass die eigene künstlerische Arbeit und die Dynamik des Austauschs zwischen den hier arbeitenden Künstlerinnen und Künstlern immer Vorrang haben müsse. 1994 kauft die Fabrikgenossenschaft das Areal Der Sanierungsbedarf der Liegenschaft wurde immer augenscheinlicher und dringlicher. «Das Allernötigste, um hier arbeiten zu können, haben wir immer selbst und oft improvisiert gemacht», erklärt Ursula Jakob. Als dann die damaligen Besitzer einen Verkauf des gesamten Areals erwägten und die Stadt für eine grössere Investition und den Kauf nicht zu gewinnen war, gründeten die eingemieteten Künstlerinnen und Künstler eine Genossenschaft. Diese kaufte das Gebäude mit den Mitteln, welche die Kunstschaffenden als Genossenschafter einbrachten. Für ihre Ateliers gewähren sie der Genossenschaft ein Darlehen, das die Finanzierung der Liegenschaft ermöglicht. Von nun an konnten dringend notwendige Sanierungen und zweckmässige Umbauten angegangen werden. Die Räume wurden neu eingeteilt und es wurden Gemeinschaftsbereiche geschaffen. Für die Ausgestaltung ihrer Ateliers sind die Kunstschaffenden jeweils selbst verantwortlich. Das ist bis heute so. Zudem entschied man sich, den Veranstaltungsbetrieb in der bisherigen Form nicht mehr weiterzuführen. Stattdessen wurde das jährliche, öffentliche Fabrikfest und in Zusammenarbeit mit der Stadt das Gastatelier für bildende Künstlerinnen und Künstler aus dem Grosse Aktionskunst. Roman Signer am Fabrikfest 1997 «Die Kulturfabrik ist seit jeher ein Balanceakt zwischen öffentlichen Interessen, möglichst autonomer Fabrikgemeinschaft und konzentriertem künstlerischen Schaffen.» Sabina Lang, Künstlerin, seit 1993 in der Fabrik ©David Aebi

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