10 Das Farbweg-Areal am Rand der unteren Altstadt und in direkter Umgebung des Bahnhofs ist ein wichtiges Entwicklungsgebiet unserer Stadt. Lange stand hier die alte Butterzentrale. Und lange war unklar, ob und wann das Gebiet neu gestaltet werden kann. Nun ist das Projekt konkret und definiert: In zwei Etappen entsteht ein lebendiges Stück Stadt mit Wohn- und Gewerbeflächen sowie einer grossen Vielfalt an Begegnungs- und Aufenthaltsorten. Der Name «Farbweg» und der gleich daneben verlaufende «Loustampfiweg» lassen darauf schliessen, dass hier entlang des Mühlibachs im 19. Jahrhundert wohl Betriebe der damals aufkommenden Textilindustrie standen. Später dann wurde hier die Verbandsmolkerei errichtet und 1917 die Butterzentrale, die erst vor Kurzem abgerissen wurde. Sie entstand unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs, als die Lebensmittel knapp waren, und bot Raum für die Lagerung von Butter zur sicheren Versorgung der Bevölkerung. Im Verlauf ihrer Geschichte wurde die Butterzentrale zwar noch vergrössert, seit gut fünfzig Jahren jedoch nicht mehr ihrem ursprünglichen Zweck entsprechend genutzt. Die Butterzentrale wurde 1973 nämlich nach Oberburg verlegt. Über Jahrzehnte hinweg wurde das stattliche Gebäude zwischengenutzt: als Standort für Start-Ups, als Unterkunft für Asylsuchende, als Schulraum für das Gymnasium und zuletzt als vielbeachteter Treffpunkt für Menschen am Rand der Gesellschaft. Das Gebäude geriet über die Jahre in einen maroden Zustand. Dennoch besass es als augenfälliger Zeuge der Industriegeschichte eine denkmalpflegerische Bedeutung, die das Entwicklungsprojekt am Farbweg mitprägte. Nicht zuletzt durch die Frage, ob die alte Butterzentrale überhaupt abgerissen werden dürfe, um eine neue Überbauung des Areals zu ermöglichen. Erhaltenswert aber nicht maximal geschützt Es brauchte umfassende Gutachten und die Verständigung mit der kantonalen Denkmalpflege, bis der Abriss der alten Butterzentrale Tatsache werden konnte. Bedingung dafür war auch die hohe Qualität der neuen Arealentwicklung, welche bezüglich Architektur, Freiräumen und städtebaulicher Integration in der entsprechenden Überbauungsordnung festgeschrieben wurde. Wenn die Butterzentrale schon weichen muss, dann jedenfalls für eine hochwertige und dem markanten Standort angemessene Neugestaltung des Areals. Weil zudem die Tage der Migros Do-it Filiale an der Ecke Farbweg/Poststrasse gezählt waren, ergab sich ein Entwicklungsperimeter, der die nun geFarbweg-Areal Stadtraum zwischen Altstad
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