22 Der Tennisclub Burgdorf feiert im kommenden Jahr 100 Jahre bewegte Geschichte. Was als Notlösung für einen Tanzball begann, entwickelte sich zu einem der grössten und aktivsten Sportvereine der Stadt. Mit Boomjahren, Platznöten, prominenten Gästen und einer klaren Vision: Tennis für alle Am Anfang stand ein Tanzkurs. Und eine nicht bewilligte Freinacht. 1926 gründeten einige tanzfreudige Burgdorfer kurzerhand einen Verein, um einen Ball veranstalten zu dürfen – den «City-Club». Der Zweck: «Pflege der Geselligkeit und Förderung besonderer Ziele wie Tanzkurse, Fechten, Tennis etc.» Daraus entwickelte sich, mit etwas Humor und viel Einsatz für den Sport, der heutige Tennisclub Burgdorf (TCB). Hundert Jahre später ist aus dieser spontanen Idee ein fester Pfeiler des Burgdorfer Sportlebens geworden – mit einer modernen Anlage, hunderten Mitgliedern, einer Tennishalle und einem lebendigen Vereinsleben. Der Weg dahin war allerdings alles andere als ein Selbstläufer. Spielfeld statt Gesellschaftsschau Am 8. Mai 1926 wurde der erste Tennisplatz im Gebiet der heutigen Markthalle eingeweiht. Die Umkleidekabine befand sich im Keller der Turnhalle Sägegasse oder gleich nebenan im Restaurant Landhaus. Tennis galt damals noch als Sport für die Oberschicht. Doch der erste Präsident, Robert Lüthi, stellte früh klar, worum es wirklich gehen sollte: «Nicht um feine Ausrüstung, sondern um guten Sport – und darum, dass jeder gleich viel wert ist, ob gut oder weniger gut im Spiel.» 1932 zügelte der Club an den Hofgutweg, nachdem die Markthalle gebaut wurde. Die neue Anlage mit anfangs drei Plätzen wurde mit Stolz eröffnet. Doch die wirtschaftlich schwierigen Jahre und der Zweite Weltkrieg trafen auch den TCB. Mitglieder traten aus, die Finanzen waren knapp. 1940 appellierte der damalige Präsident: «Gerade jetzt empfinden wir ein Bedürfnis nach Ablenkung und Entspannung… unser Spielbetrieb darf nicht aufhören.» Auch die Jugend fehlte in dieser Zeit fast komplett – ein Problem, das heute in der umgekehrten Form erfreulich ist: 2026 gibt es keine Nachwuchssorgen mehr. Platznot in Zeiten des Tennisbooms In den 1960ern kam der Tennisboom. Die Mitgliederzahlen stiegen, doch die Anlage am Hofgutweg blieb gleich klein. Ein Ausbauprojekt beim Altersheim zerschlug sich. In den 1970ern wurde es richtig eng: Bis zu 460 Spielerinnen und Spieler teilten sich die unterdessen vier Plätze. Trotz Turnieren, Schultennis und grossem Engagement – irgendwann reichte es nicht 100 Jahre Tennisclub Burgdorf Vom Tanzkurs zur Tennisinst
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