Burgdorfer StadtMAGAZIN Nr. 03 - Herbst 2025

25 kulturelles Zentrum zu betreiben und das junge, zeitgenössische und experimentelle Kulturschaffen in der Region zu fördern. Schon im Gründungsjahr arbeiteten rund ein Dutzend Künstlerinnen und Künstler, bunt gemischt aus allen Sparten, in den eigenhändig hergerichteten Ateliers der Fabrik. Ein Jahr später hatten sich schon deren 20 eingemietet. Und als ideale Ergänzung bezog der heute ebenfalls 40-jährige Theaterzirkus Wundereständigkeit plunder in der Fabrik sein festes Domizil und Winterquartier. Seither verbringen die «Wundis» ihre Winterpause in der Halle im Erdgeschoss, wo repariert, diskutiert und das Stück der nächsten Spielzeit einstudiert wird. Kultur jenseits des Mainstreams Von Beginn weg unterstützte die Stadt die Ziele der Kulturfabrik, was in den Anfangszeiten keineswegs selbstverständlich war. Immerhin war man mit der Fabrik in Burgdorf seiner Zeit einen Schritt voraus: In Bern gab es noch keine vergleichbaren Orte für ein alternatives Kulturangebot. Die Dampfzentrale und die in ihren Anfängen noch als Ort der alternativen Kultur fungierende Reithalle gab es noch nicht. Die Burgdorfer Kulturfabrik hingegen verfügte mit der grossen Werkhalle, die einen fantastischen industriellen Charme ausstrahlt, einen perfekten Ort für experimentelle Szenenkultur. Kein Wunder also, dass viele junge Bernerinnen und Berner – aber auch Menschen aus Solothurn und Biel – nach Burgdorf strömten, um Veranstaltungen in der Fabrik zu besuchen. Einer der grössten Events war das europäische Hip-Hop-Festival 1989. Über 2‘000 Besucherinnen und Besucher feierten sich, ihre Musik und ihre Botschaften. Bereits zwei Jahre zuvor machte das Projekt «72-Stunden Musik/ein Lebensraum» Schlagzeilen. Über Pfingsten 1987 wurde die dreitägige Non-Stop-Komposition mit PerformanDie ursprüngliche Elektromotorenfabrik Hip-Hop-Festival 1989 ©Beatrice Lang ©Archiv Kulturfabrik ©Archiv Kulturfabrik «Die Vielfalt und die Ernsthaftigkeit der Künstlerinnen und Künstler, die in ihren Ateliers in der Fabrik arbeiten, sind das Geheimnis unseres Erfolgs.» Ursula Jakob, Künstlerin, seit 1985 in der Fabrik Erste Events machten die Kulturfabrik weitherum bekannt

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