Burgdorfer StadtMAGAZIN Nr. 03 - Herbst 2025

26 ces, Installationen, Tanz und Musik im Schichtbetrieb aufgeführt. «Neue Musik am Stück in der Burgdorfer Fabrik» titelte damals die Berner Zeitung ihren Artikel darüber. Atelier, Veranstaltungsort oder beides? «Die grossen Events brachten manchmal sehr viel Unruhe in die Fabrik. Es gab Zeiten, in denen das eigentliche Arbeiten in den Ateliers fast in den Hintergrund gedrückt wurde», erinnert sich Sabina Lang. Man habe sich dann auf den Grundsatz zurückbesonnen, dass die eigene künstlerische Arbeit und die Dynamik des Austauschs zwischen den hier arbeitenden Künstlerinnen und Künstlern immer Vorrang haben müsse. 1994 kauft die Fabrikgenossenschaft das Areal Der Sanierungsbedarf der Liegenschaft wurde immer augenscheinlicher und dringlicher. «Das Allernötigste, um hier arbeiten zu können, haben wir immer selbst und oft improvisiert gemacht», erklärt Ursula Jakob. Als dann die damaligen Besitzer einen Verkauf des gesamten Areals erwägten und die Stadt für eine grössere Investition und den Kauf nicht zu gewinnen war, gründeten die eingemieteten Künstlerinnen und Künstler eine Genossenschaft. Diese kaufte das Gebäude mit den Mitteln, welche die Kunstschaffenden als Genossenschafter einbrachten. Für ihre Ateliers gewähren sie der Genossenschaft ein Darlehen, das die Finanzierung der Liegenschaft ermöglicht. Von nun an konnten dringend notwendige Sanierungen und zweckmässige Umbauten angegangen werden. Die Räume wurden neu eingeteilt und es wurden Gemeinschaftsbereiche geschaffen. Für die Ausgestaltung ihrer Ateliers sind die Kunstschaffenden jeweils selbst verantwortlich. Das ist bis heute so. Zudem entschied man sich, den Veranstaltungsbetrieb in der bisherigen Form nicht mehr weiterzuführen. Stattdessen wurde das jährliche, öffentliche Fabrikfest und in Zusammenarbeit mit der Stadt das Gastatelier für bildende Künstlerinnen und Künstler aus dem Grosse Aktionskunst. Roman Signer am Fabrikfest 1997 «Die Kulturfabrik ist seit jeher ein Balanceakt zwischen öffentlichen Interessen, möglichst autonomer Fabrikgemeinschaft und konzentriertem künstlerischen Schaffen.» Sabina Lang, Künstlerin, seit 1993 in der Fabrik ©David Aebi

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