4 Lange war der Donnerstagsmarkt in der Burgdorfer Oberstadt nur noch ein Schatten seiner selbst: wenige Stände und sinkende Umsätze. Nun zieht der traditionelle Markt dorthin, wo mehr läuft – ins Bahnhofquartier. So soll wieder Marktstimmung aufkommen, mit vertrauten Gesichtern und neuen Anbietern, die frischen Schwung bringen wollen. Der Donnerstagmarkt in der Burgdorfer Oberstadt bietet an diesem herbstlichen Vormittag ein ruhiges Bild. Ein Musikantenpaar stimmt Harfen- und Gitarrensaiten, der Klang schwebt durch die Schmiedengasse. Viel Publikum gibt es nicht, und die Stände lassen sich an einer Hand abzählen. Wer kommt, kennt «seinen» Stand, wechselt ein paar Worte, verkostet ein Stück Käse, nimmt einen Fisch für den morgigen Freitag mit. «Traurig» habe der Markt zuletzt gewirkt, sagt Jonas Jakob. Der Geschäftsführer von Pro Burgdorf stellt einen Befund, der sich heute gut nachempfinden lässt. Doch es soll besser werden: Ab morgen Donnerstag, 13. November 2025, zieht der Wochenmarkt von der Oberstadt hinunter ins Bahnhofquartier, genauer in den Abschnitt zwischen der BEKB und der Bahnhof Apotheke Zbinden. Die Stadt und Pro Burgdorf versprechen sich davon «deutlich mehr Laufkundschaft, Sichtbarkeit und Dynamik» – und die Marktfahrenden ein Umfeld, für das sich das Aufstehen vor dem Morgengrauen lohnt. Die Hoffnung teilen nicht nur die Organisatoren; auch Läden im Quartier sehen im Umzug einen Impuls für das ganze Viertel. Wohl überlegter Wechsel Dass diese Verschiebung kein Schnellschuss ist, merkt man im Gespräch mit Jonas Jakob. Der Geschäftsführer von Pro Burgdorf trägt, wie er sagt, «zwei Hüte»: Er organisiert die Wochenmärkte und vertritt gleichzeitig die Interessen des Gewerbes. Ein Dilemma, wenn man weiss, dass der Wegzug am Donnerstag für die Oberstadt ein Verlust ist – und doch der Markt, so wie er zuletzt dastand, «über kurz oder lang» eingegangen wäre. Die Alternative, nichts zu tun, habe es für ihn nicht gegeben. Der neue Standort sei nicht einfach spontan ausgerufen, er sei vielmehr sorgfältig evaluiert worden. Vom Kornhausquartier bis zur Bahnhofstrasse habe man mehrere Optionen geprüft. Entscheidend war die Willkommenskultur beim jetzt gewählten Standort: Gewerbler hätten durchs Band positiv reagiert, sagt Jonas Jakob. Sogar der Grossverteiler an der Bahnhofstrasse empfange die Stände mit offenen Armen. Ab jetzt im Bahnhofquartier Der Donnerstagsmarkt wagt
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