Burgdorfer StadtMAGAZIN Nr. 03 - Herbst 2025

6 dass der neue Standort wieder Leben bringt.» Aber eine Garantie gibt es keine. Und doch bleibt der Markt für sie «eigentlich alles»: Einnahmequelle, Menschliches, Nähe zur Kundschaft. «Wir wollen noch viele Jahre kommen, aber entscheiden tut das Schicksal.» Das sind die Neuen auf dem Markt Der Neustart am Bahnhof lebt aber nicht nur von Treue und Tradition; er lebt von den Neuen, die sich etwas zutrauen. Ursula und Christoph Stalder von der Hasle-Mühle sind zwei von ihnen. Ihr Biohof beschäftigt über 20 Mitarbeitende, die sich rund ein Dutzend Vollzeitstellen teilen. Wer den Hofladen am Kreisel kennt, weiss um ihr Fleischangebot. Das Besondere daran: Es ist Fleisch aus Hoftötung. Die Tiere bleiben bis zuletzt in gewohnter Umgebung, ohne Transportstress. Das bringe eine Qualität die man schmecke. Für den Markt hat die Familie Stalder extra in einen Verkaufswagen mit Kühlvitrine investiert. «Burgdorf ist nicht übersät mit handwerklichen Metzgereien», sagt Christoph Stalder. «Das ist wahrscheinlich unsere Chance.» Rund 35 Mutterkühe gehören zum Betrieb mit knapp 50 Hektaren Nutzfläche. Produkte, die nicht in den Hofladen gehen, liefert man regional weiter. Das Fernziel formuliert Christoph Stalder unmissverständlich: Möglichst alles direkt vermarkten, aber nur so, dass es zur eigenen Philosophie passt: nachhaltig und tierwohlorientiert. Auch bei Anita und Stephan Kuhn aus Rüegsau spürt man dieses «Wir packen’s an». Seit 17 Jahren preisen sie jeden Samstag in Ersigen Gemüse an, ihr Hofladen läuft, die Abläufe sitzen. Für ihren neuen Standort Burgdorf haben sie Personal aufgestockt. «Marktfahrer sein heisst nicht herumstehen», sagt Anita Kuhn. «Du stehst auf der Bühne und arbeitest hart für deine Kundschaft.» Am Abend sei man nicht nur körperlich, sondern auch im Kopf müde – aber zufrieden. Ihr Sortiment ist breit: Drei Hektaren Freilandgemüse, zwei Tunnel, in einem steckt derzeit schon Nüsslersalat, dazu Lagergemüse, Kohlsorten, Kartoffeln, Pastinaken und vieles mehr. Was sie nicht selber anbauen, kaufen sie möglichst regional zu. Und sie kennen die Produzenten, mit denen sie zusammenarbeiten. Auch der Samstag soll profitieren Dass der Donnerstag künftig in der Unterstadt stattfindet, ändert auch den Blick auf den Samstag. Der Samstagsmarkt bleibt in der Oberstadt. Doch wenn der Donnerstag unten «schön und gesund» wird, wie es die Stadt erhofft, dann wird er zur besten Werbung Für Familie Stalder aus Hasle ist der Burgdorfer Wochenmarkt eine neue Erfahrung und Herausforderung zugleich Bild: Hasle-Mühle / Julia Gysin

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