11 tive, technische und soziale Prozesse ineinandergreifen. Dieses Verständnis ist gerade in einer öffentlichen Verwaltung entscheidend, weil hier rechtliche Vorgaben, politische Entscheide und konkrete Dienstleistungen eng miteinander verknüpft sind. Die kaufmännische Grundbildung bildet weiterhin das Rückgrat der Ausbildung. Pro Jahr werden drei KVLehrstellen angeboten. Die Ausbildung dauert drei Jahre und orientiert sich an der neuen KV-Reform. Charakteristisch ist das Rotationsprinzip: Die Lernenden wechseln jedes Jahr die Direktion und durchlaufen während ihrer Lehrzeit drei unterschiedliche Verwaltungsbereiche. Dadurch erhalten sie Einblick in verschiedene Aufgabenfelder wie Präsidial- oder Finanzdirektion, Sozial- oder Einwohner- und Sicherheitsdirektion, Bau- oder Bildungsdirektion. Diese Struktur ist bewusst gewählt. Administration, Rechnungswesen und Schalterdienst sollen ausgewogen vermittelt werden. Gleichzeitig werden die Lernenden mit unterschiedlichen Anspruchsgruppen konfrontiert: Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Unternehmen, politische Gremien. spektiven Das Rotationssystem verfolgt ein klares Ziel: Zusammenhänge sichtbar machen. Wer beispielsweise in der Baudirektion Rechnungen für Entsorgungsleistungen bearbeitet, soll verstehen, wie diese Leistungen im Werkdienst konkret erbracht werden. Wer im Sozialbereich administrative Aufgaben übernimmt, soll Einblick erhalten, welche gesellschaftlichen Fragestellungen dahinterstehen. «Die Vernetzung bei der Ausbildung ist wichtig», sagt Sibylle Zwahlen. «Die Lernenden sollen nicht nur ihren Arbeitsplatz kennen, sondern die Stadtverwaltung als Ganzes.» Diese Perspektive fördert das vernetzte Denken und schafft Verständnis für die Komplexität öffentlicher Aufgaben. Berufsbildung und Sport vereint Eine besondere Form der KV-Ausbildung ist das Sportprofil. Romina Maurer absolviert ihre Lehre unter diesen Rahmenbedingungen. Parallel zur Ausbildung verfolgt sie ambitionierte sportliche Ziele im Radsport. Sechs Trainingstage pro Woche, Wettkämpfe im In- und Ausland sowie langfristige sportliche Planung prägen ihren Alltag. Damit die Doppelbelastung tragbar bleibt, arbeitet sie mit reduziertem Pensum im Betrieb. Schul- und Trainingszeiten werden koordiniert, Abwesenheiten geplant. Gleichzeitig gelten dieselben fachlichen Anforderungen wie für alle anderen Lernenden. «Die Stadt Burgdorf ermöglicht es mir, meine Ziele im Sport und im Beruf zu verbinden», sagt sie. Für die Verwaltung bedeutet das Flexibilität, für die Lernende Disziplin und Eigenverantwortung. Das Sportprofil «Unsere Lernenden sollen Zusammenhänge verstehen. Berufsbildung heisst für uns, Verantwortung zu übertragen und Vertrauen zu schenken.» Sibylle Zwahlen, Vize-Stadtschreiberin Diesen Sommer schliesst Florian Vordtriede seine Ausbildung als Fachmann Betriebsunterhalt ab
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