12 zeigt exemplarisch, dass Berufsbildung in Burgdorf individuelle Lebensentwürfe berücksichtigt, ohne Abstriche bei der Qualität zu machen. Vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten Neben dem kaufmännischen Bereich bildet die Stadt Burgdorf Fachleute Betriebsunterhalt aus, sowohl im Werk- als auch im Hausdienst. Diese dreijährigen Ausbildungen sind stark praxisorientiert und decken ein breites Tätigkeitsfeld ab. Im Werkdienst stehen Strassenunterhalt, Grünpflege, Entsorgung sowie Wartungsarbeiten an Maschinen und Geräten im Zentrum. Florian Vordtriede befindet sich im dritten Lehrjahr. Seine Ausbildung ist in unterschiedliche Einsatzphasen gegliedert: Werkdienst, Stadtgärtnerei, erneut Werkdienst. Dadurch erhält er sowohl Einblick in infrastrukturelle Aufgaben als auch in die Pflege von Grünanlagen. «Der Beruf ist vielseitig und praktisch. Man arbeitet draussen und sieht am Ende des Tages, was man geleistet hat», sagt er. Die Ausbildung vermittelt nicht nur handwerkliche Fertigkeiten, sondern auch Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit öffentlichem Raum und Infrastruktur. Im Hausdienst liegt der Schwerpunkt auf Gebäudeunterhalt und technischen Anlagen. Finn Stöckli steht im ersten Lehrjahr dieser Ausbildung. Seine Einsätze führen ihn in Schulhäuser, Verwaltungsgebäude und weitere städtische Einrichtungen. Er überwacht Heizungs-, Klima- und Lüftungsanlagen, führt Reparaturen im Sanitärbereich durch und unterstützt bei Unterhaltsarbeiten. Vor seiner Lehrstellenwahl hat er verschiedene Berufsfelder geprüft. «Ich habe vieles angeschaut, bevor ich mich entschieden habe», sagt er. Die Vielseitigkeit des Hausdienstes überzeugte ihn. Der Beruf vermittelt breite technische Grundlagen, die auch für spätere Spezialisierungen oder Weiterbildungen relevant sind. Die Ausbildung verlangt Selbstständigkeit, Sorgfalt und technisches Verständnis – Kompetenzen, die über den unmittelbaren Arbeitsalltag hinaus Bedeutung haben. Ein weiteres Berufsfeld ist die Ausbildung als Fachmann Betreuung beziehungsweise Fachfrau Betreuung, Fachrichtung Kinderbetreuung. Anders als im KV-Bereich wechseln die Lernenden hier nicht jährlich die Abteilung. Sie bleiben während der gesamten Lehrzeit an einem Tagesschulstandort. Kontinuität ist entscheidend, weil stabile Beziehungen zu Kindern aufgebaut werden müssen. Joël Geissbühler schliesst seine Lehre im kommenden Sommer ab. Er kam über die Berufsberatung zum Beruf. Seine soziale Kompetenz und Empathie wurden früh erkannt und ein Schnuppereinsatz bestätigte das Interesse. In den Burgdorfer Tagesschulen werden Kinder zwischen vier und 15 Jahren betreut. Neben Freizeitgestaltung und Hausaufgabenbegleitung geht es um Integration, Konfliktlösung und die Förderung sozialer Fähigkeiten. «Die Arbeit mit Kindern ist sehr wertvoll», sagt Joël. «Sie ist sinnstiftend.» Die Ausbildung vermittelt pädagogische Grundlagen, organisatorische Fähigkeiten und Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit jungen Menschen. Für Joël ist nach der Lehre die Berufsmaturität geplant. Perspektivisch kann er sich einen weiterführenden pädagogischen Beruf vorstellen. Mit der Ausbildung Entwickler/in digitales Business EFZ reagiert die Stadtverwaltung auf die zunehmende Digitalisierung. Diese vierjährige Lehre kombiniert eine Basisausbildung im Berufsbildungscenter in Bern mit der praktischen Tätigkeit im Digital Office der Stadt. Die Lernenden analysieren Geschäftsprozesse, bereiten Daten auf, visualisieren Abläufe und arbeiten an der Optimierung digitaler Schnittstellen. «In der Kinderbetreuung begleite ich junge Menschen ein Stück ihres Weges. Das ist anspruchsvoll, aber unglaublich sinnstiftend.» Joël Geissbühler, Lernender FaBe Kinder Joël Geissbühler schliesst im Sommer seine Lehre als Fachmann Betreuung EFZ ab
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