28 Burgdorf verfügt über eine breite und vielfältige Freiwilligenarbeit in Vereinen, Kirchgemeinden, Quartieren und sozialen Projekten. Viele dieser Einsätze bleiben im Hintergrund, prägen das Zusammenleben aber spürbar. Sie schaffen Unterstützung, ermöglichen Angebote und halten vieles am Laufen, was ohne diesen Einsatz schlicht fehlen würde. Wenn man darüber nachdenkt, was eine Stadt eigentlich lebendig macht, landet man selten bei der Infrastruktur, bei Reglementen oder bei strategischen Leitbildern. Man landet bei Menschen, bei Begegnungen und bei Geschichten, die nur entstehen, wenn jemand Zeit schenkt, ohne etwas zu verlangen. Freiwilligenarbeit gehört zu jenen Kräften, die oft übersehen werden, aber vieles zusammenhalten. Freiwilliges Engagement ist ein Fundament. Es kann verhindern, dass Menschen durch die Maschen fallen. Es öffnet Türen und es zeigt, wie viel möglich ist, wenn eine Gemeinschaft Verantwortung teilt. Die Vereinten Nationen haben 2026 zum Jahr der Freiwilligen erklärt, um weltweit sichtbar zu machen, wie viel Menschen füreinander tun. Es ist eine Einladung, hinzuschauen. Und Burgdorf ist ein guter Ort dafür. Denn hier engagieren sich unzählige Menschen – oft im Stillen, oft über viele Jahre hinweg. Die Stadt hat das längst erkannt. In ihrem Freiwilligenkonzept steht, wie engagierte Menschen die Stadt bereichern und sie farbig und lebendig machen. Wer die Menschen kennenlernt, die sich einsetzen, merkt rasch, dass sie nicht aus Pflicht handeln, sondern aus einem inneren Antrieb heraus. Anette Vogt von der Fachstelle Integration formuliert es so: «Unsere Gesellschaft würde jämmerlich auseinanderbrechen, wenn dieses freiwillige Engagement aufgegeben würde.» Denn ohne Freiwillige wären viele Angebote, die heute ganz selbstverständlich wirken, schlicht nicht vorhanden. Zum Beispiel: Der Verein Kariim Man muss nur einen Blick in das Kaffee Kariim an der Kornhausgasse werfen. Es ist Mittagszeit, und trotz Ramadan ist der Raum gut gefüllt. Männer aus Eritrea, Frauen aus Afghanistan, junge Leute aus Syrien und weiteren Nationen, ein paar Kinder. Viele kommen hierher, weil es ein Ort ist, der sich nicht wie eine Anlaufstelle anfühlt, sondern wie ein Wohnzimmer. Hinter der Theke steht oft Christa Grütter. Die 30-jährige arbeitet in einem 80 Prozent Pensum in einem Berner Reisebüro und in ihrer Freizeit für den Verein Kariim. «Ich habe immer etwas Sinnstiftendes gesucht», sagt sie. «Unsere Arbeit ist eine Investition in die Leute. Es entstehen Freundschaften, und das ist unbezahlbar.» Freiwilligenarbeit Engagement, das man nicht
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