Burgdorfer StadtMAGAZIN Nr. 01 - Frühling 2026

29 Die Angebote des Vereins Kariim machen deutlich, wie vielseitig freiwilliges Engagement wirken kann. Er versteht sich bewusst als Brückenbauer zwischen Menschen. Neben dem Kaffee organisiert der Verein regelmässig Events, etwa Freizeitnachmittage für Frauen, Männer und Kinder, Ausflüge in die Region oder kreative Angebote direkt in den Kollektivunterkünften. Schon seit Beginn führt Kariim mehrtägige Lager für geflüchtete Menschen durch, damit auch sie Erholung, Gemeinschaft und Anerkennung erleben können. Diese Lager sind mehr als Ferien: Sie sind Räume der Begegnung, des Austauschs und der Freude, fernab von Alltagsstress, Behördenfragen oder Sprachbarrieren. Die Angebote sind bewusst niederschwellig aufgebaut, getragen von einem Team, das sich engagiert und im Alltag dort hilft, wo Hilfe gebraucht wird. Das Kaffee öffnet regelmässig jeden Freitagmittag und wird so zu einem verlässlichen Treffpunkt im Herzen der Stadt. Die Aufgaben von Christa Grütter reichen von Alltagsbegleitung über Events bis zum Frauensport, den sie mit einer Afghanin gemeinsam aufgebaut hat. Ähnlich kraftvoll, aber in anderen Bereichen, wirkt der Gemeinnützige Frauenverein. Mit seinen 600 Mitgliedern, darunter rund 100 aktive Helfende, betreibt er eine ganze Reihe von Angeboten, auf die man erst immer sieht aufmerksam wird, wenn man sie einmal braucht. Die Brockenstube etwa, die Ludothek, das Repair Café, der Schreibdienst, die Stubete oder der seit kurzem initiierte jährliche Kleidertausch, der besonders viele junge Menschen anspricht. «Man kann etwas an die Gesellschaft zurückgeben», sagt Vorstandsmitglied Sandra Kleisa. «Unter den Helfern besteht ein sehr guter Zusammenhalt. Das ist eine Bereicherung und gibt viel zurück.» Durch den Erlös der Brockenstube und die Mitgliedsbeiträge kann der Verein zudem zahlreiche Projekte in Burgdorf und Umgebung unterstützen – vom Ferienpass bis zur Suppenküche. Der Gemeinnützige Frauenverein Burgdorf deckt mit seinen Angeboten eine erstaunliche Bandbreite ab. So zum Beispiel auch die wöchentlichen Abgaben von «Tischlein deck dich»: Die Freiwilligen sortieren gelieferte Lebensmittel, welche vor der Vernichtung gerettet werden, bereiten die Abgabe vor und sorgen dafür, dass Menschen mit kleinem Einkommen regelmässig Zugang zu guten Produkten erhalten. Eine Arbeit, die sehr direkt wirkt und den Alltag von vielen entlastet. Sandra Kleisa beschreibt den Verein als ein Gefüge, das von Verlässlichkeit und Gemeinschaft lebt: «Man spürt, dass hier alle aus Überzeugung mitarbeiten.» Sie betont, dass eine Aktion wie «Tischlein deck dich» für viele auch ein Ort sei, an dem man unkompliziert auf offene Ohren und freundliche Menschen treffe. «Es ist erstaunlich, wie gross die Wirkung freiwilliger Arbeit sein kann, wenn viele kleine Beiträge zusammenspielen», so Sandra Kleisa. Engagement der Kirchen Rund 200 Freiwillige bringen sich bei der reformierten Kirche in ganz verschiedenen Bereichen ein, von Integrationsarbeit und Sprachkursen bis zu Senioreneinsätzen, aber auch in Angeboten, die aktuelle Fragen aufgreifen. So bietet die Kirche etwa einen Handy-Stammtisch an. «Wir wollen Themen aufnehmen, bei denen die Leute nicht genau wissen, wohin damit. Unsere Angebote sollen alltagsrelevant, lustbetont und freudvoll sein», sagt Heike Imthurn, zuständig für die Altersarbeit und die Koordination der Freiwilligen. Diese können eigene Anliegen einbringen und erhalten Weiterbildungen, die sie in ihrem Einsatz stärken. Christine Blaser besucht über 85-jährige an deren Geburtstag. «Ich sage immer, Im Repair Café des Gemeinnützigen Frauenvereins setzen sich Freiwillige ebenso ein wie Christa Grütter im Verein Kariim für Geflüchtete

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