Burgdorfer StadtMAGAZIN Nr. 01 - Frühling 2026

4 Ohne ihren frühen Anschluss ans Eisenbahnnetz im 19. Jahrhundert wäre Burgdorf heute nicht die Stadt, die sie ist. Die rasant aufkommende Eisenbahn war Motor für die wirtschaftliche, insbesondere industrielle Entwicklung der ganzen Region. Noch heute zeugen die Areale rund um den Bahnhof von einer stolzen industriellen Tradition und von Burgdorfs Stellung als logistischer Knotenpunkt. Beinahe hätte man in den 1850er Jahren in Burgdorf den Zug verpasst. Mit der Verabschiedung des Eisenbahngesetzes 1852 setzte in der Schweiz ein veritabler Eisenbahnbauboom ein, damals vor allem noch angetrieben durch Industrielle und die Kantone. In der Folge entstanden in der ganzen Schweiz zahlreiche Privatbahngesellschaften, die sich gegenseitig zu übertreffen suchten. Eine der grossen Gesellschaften war die Schweizerische Centralbahn mit Sitz in Basel. Sie hatte sich zum Ziel gesetzt, den Zürcher Konkurrenten zuvorzukommen und rasch ein Eisenbahnnetz rund um den Knotenpunkt Olten zur Verbindung des Schweizer Mittellandes zu etablieren. So entstanden unter anderem die Hauptachsen Olten-Basel, OltenAarau, Olten-Luzern und natürlich auch Olten-Bern. Dieses Teilstück sollte, dies war der Wunsch unserer Region, über Burgdorf führen. Nach zähem Hin und Her und dank eines heutzutage fast unvorstellbaren finanziellen Efforts der Burgdorfer Bevölkerung rollten im Sommer 1857 die ersten Züge in Burgdorf ein. So blieb der Stadt das Schicksal vieler im Mittelalter noch blühender Marktorte erspart, die zum Ende des 19. Jahrhunderts plötzlich abseits der wichtigsten Bahnlinien in einen wirtschaftlichen Tiefschlaf fielen. Ganz anders hier: Die Region dachte weiter. Anschluss ist gut, Drehkreuz ist besser Käse, Bier, Holz, Leinen, Keramik und etwas später Maschinen waren die «Exportschlager» des Emmentals, die sich von handwerklichen zu industriellen Gütern entwickelten. Das Emmental wollte sich nicht «abhängen lassen», sondern ebenfalls mit der Eisenbahn erschlossen werden. Langnau wurde 1864 durch die Bernische Staatsbahn mit Bern und zehn Jahre später mit Luzern verbunden, doch eine Eisenbahn der Emme entlang gab es noch nicht. So entstand die Idee, das Emmental über Burgdorf hinaus auch mit den aufstrebenden Industriestandorten im Solothurnischen zu verbinden. Dies war die Geburtsstunde der Emmentalbahn. Treibende Kräfte waren auch hierbei einige gewichtige Fabrikanten der Region wie Alexander Bucher Bahnhof Nord Bahngeschichte prägt die St

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