11 nd Einsatz Betreuungseinheiten. Sie führten zusätzliche Kurse in zehn Institutionen im gesamten Einsatzgebiet durch und unterstützten Bewohnerinnen und Bewohner im Alltag. Gerade dort zeigt sich, wie stark sich der Zivilschutz in den letzten Jahren verändert hat. Der Zivilschutz im Wandel Früher dachte man dabei vor allem an Schutzräume und den Kalten Krieg. Auch wenn die Schweiz bis heute über ein dichtes Schutzraumnetz verfügt und die Bevölkerung im Ereignisfall bestimmten Schutzräumen zugewiesen wird, geht es heute zunehmend um Naturereignisse, Strommangellagen, Evakuationen oder längere Krisensituationen. Der moderne Zivilschutz soll nicht nur schützen, sondern auch helfen, den Alltag in ausserordentlichen Situationen aufrechtzuerhalten. «Der Zivilschutz hat sich in den letzten Jahren zu einem enorm wichtigen Partner im Bevölkerungsschutz gewandelt», betont Dominique Bösiger. «Es sind komplexe und intensive Aufgaben, welche heute gemeistert werden müssen.» Und obschon er kein Ersteinsatzelement ist, unterstützt er die Partner im Bevölkerungsschutz mit seinem Know-how und kann sie entlasten. Damit das funktioniert, musste bei der ZSO Ämme BE zuerst die Organisation selbst aufgebaut werden. Ein wichtiger Schritt war deshalb der neue Hauptstandort in Koppigen. Dort wurde eine bestehende Zivilschutzanlage entsprechend umgebaut. Material, Kleidung und Infrastruktur wurden zusammengeführt, Lager organisiert und die Anlage so eingerichtet, dass heute ganze Kompanien direkt vor Ort ausgebildet und verpflegt werden können. Parallel dazu lief viel Arbeit, die nach aussen kaum sichtbar war. Rechtliche Grundlagen mussten fertiggestellt, eine neue Buchhaltung eingeführt und eine neue Website aufgebaut werden. Vieles davon geschah im Hintergrund, war aber entscheidend dafür, dass die neue Organisation überhaupt funktionieren konnte. Dass dies gelungen ist, zeigte eine kantonale Überprüfung. Dabei erhielt die neue Organisation bereits im ersten Jahr sehr gute Bewertungen bezüglich Struktur und Einsatzfähigkeit. Zivilschutz soll sichtbarer werden Trotzdem versteht man das erste Jahr bei der ZSO Ämme BE eher als Anfang denn als Abschluss eines Neuaufbaus. Bereits 2026 sollen weitere Standorte ausgebaut und die Organisation weiter optimiert werden. Zudem möchte man den Zivilschutz in der Bevölkerung sichtbarer machen und gezielt neue Freiwillige ansprechen – insbesondere auch Frauen. Denn eines ist den Verantwortlichen bewusst: Bevölkerungsschutz funktioniert nur mit Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis aus diesem ersten Jahr. Der Zivilschutz beginnt nicht erst dann, wenn irgendwo Sirenen heulen. Er beginnt bei der Ausbildung, in der Zusammenarbeit und im Engagement. Oder, wie es im ersten Jahresbericht der ZSO Ämme BE treffend heisst: «Die Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun.» «Jede unserer Kompanien ist hochmotiviert und der Wunsch nach Veränderungen und Professionalisierung ist spürbar.» Dominique Bösiger, Bataillonskommandant Die neu formierte Zivilschutzorganisation Ämme BE bei einem Lernendenanlass des VBS und bei einem Gemeindeeinsatz zsoemme-be.ch
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