Stadt forciert Klimaschutz mit „Klima Force“

03.04.2019

Der Gemeinderat will den Klimaschutz verstärken. Viele schon bisher eingeleitete Massnahmen sollen konsequent und rascher vorangetrieben sowie neue Handlungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden.

Dafür setzt der Gemeinderat eine verwaltungsinterne „Klima Force Burgdorf“ unter der Federführung der Baudirektion ein. Im Rahmen dieses Projektes wird das weitere Vorgehen entwickelt und die rasche Umsetzung von Massnahmen zum Klimaschutz begleitet.

Seit Monaten steht der Klimaschutz im Zentrum des öffentlichen Interesses. Wesentlich dazu beigetragen haben Proteste von Jugendlichen auf der ganzen Welt, deren Zukunft ernsthaft gefährdet ist. Verschiedene Schweizer Städte haben inzwischen den Klimanotstand ausgerufen oder planen dies (Basel, Liestal, Bern, Köniz). Ein entsprechender Vorstoss ist am vergangenen Montag auch in Burgdorf von den Grünen, EVP, Grünliberalen und der SP eingereicht worden.

Die wissenschaftliche Faktenlage ist eindeutig, die Klimaberichte des Weltklimarats (IPCC) zeichnen seit bald 30 Jahren ein immer präziseres Bild. Mit dem Übereinkommen von Paris hat die Staatenge-meinschaft 2015 erklärt, dass sie das Zeitalter der fossilen Energieträger bis Mitte dieses Jahrhun-derts hinter sich lassen will. Die Schweiz hat sich mit der Ratifizierung des Abkommens verpflichtet, bis 2030 ihre Treibhausgasemissionen gegenüber dem Stand von 1990 zu halbieren. Anlässlich der Klimakonferenz in Polen im Dezember 2018 haben Tausende von Wissenschaftlern erneut eindringlich zum Handeln aufgerufen. Der ETH-Professor Reto Knutti, einer der weltweit renommiertesten Klimawissenschaftler, hält in seinem Appell an die Politik fest, dass nur noch 10-12 Jahre bleiben, um Gegensteuer zu geben. Wenn bis 2030 nicht einschneidende Reaktionen erfolgen, wird eine Erwärmung des Klimasystems über die kritische Grenze von 2°C hinaus mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht mehr zu verhindern sein. Das letzte Mal, als das Klimasystem der Erde über längere Zeit um 2°C wärmer war als heute, war vor rund 125‘000 Jahren während der letzten Zwischeneiszeit. Damals bildeten sich die Eismassen der Erde massiv zurück und die Meeresspiegel lagen weltweit um 4 bis 6 Meter höher als heute.

Burgdorf nimmt im Bereich Energie- und Mobilität seit mehr als 25 Jahren eine Vorreiterrolle ein. In den letzten Jahren gab es jedoch wenig neue Impulse. Für den Gemeinderat ist es vordringlich, dass Burgdorf als erklärte ‘Energiestadt’, ‘Solarstadt’ sowie ‘Fussgänger- und Velostadt’ in der aktuellen Diskussion nicht zögert, sondern klar Stellung bezieht, sich in die Diskussion einbringt und vor allem konkrete Schritte unternimmt. Der Gemeinderat will deshalb den Klimaschutz verstärken. Viele schon bisher eingeleitete Massnahmen sollen konsequent und rascher vorangetrieben sowie neue Handlungsmöglichkeiten gesucht und ausgeschöpft werden. Der Klimaschutz soll in alle laufenden, geplanten oder zu prüfenden Aufgaben, Konzepte und Strategien einfliessen. Dafür will der Gemeinderat eine verwaltungsinterne „Klima Force Burgdorf“ unter der Federführung der Baudirektion einsetzen. Diese Projektorganisation entwickelt das weitere Vorgehen und begleitet die rasche Umsetzung von Massnahmen zum Klimaschutz. Der Gemeinderat wird periodisch über dieses Projekt informieren.

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